
- Europa sollte die Verwendung des Euro fördern, um die Abhängigkeit von dollarbasierten Finanzsystemen zu verringern.
- Vereinfachte Regeln und eine stärkere Infrastruktur können Investitionen und Innovationen fördern.
- Digitale Euros und Euro-Stablecoins können die Währungshoheit und den Zahlungsverkehr stärken.
Europa muss die internationale Rolle des Euro stärken und seine Abhängigkeit vom Dollar-System verringern, so der Präsident der Deutschen Bundesbank. Anlässlich des Neujahrsempfangs der Amerikanischen Handelskammer in Frankfurt skizzierte er einen strategischen Kurswechsel hin zu eurogebundenen Vermögenswerten, digitalen Zahlungslösungen und einer tieferen Integration der Kapitalmärkte.
Er argumentierte, dass die wachsende geopolitische Unsicherheit und die Schwächung des Multilateralismus es erforderlich machten, dass Europa eine größere finanzielle Autonomie besitze, gleichzeitig aber den transatlantischen Dialog aufrechterhalte.
Transatlantische Beziehungen sehen sich neuen Klischees gegenüber
Der Präsident der Bundesbank würdigte die engen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Die USA bleiben der größte Exportmarkt für Deutschland und die Europäische Union. Darüber hinaus erwirtschaften die beiden Volkswirtschaften zusammen fast die Hälfte des globalen BIP und einen bedeutenden Anteil des Welthandels.
Er merkte jedoch an, dass die jüngsten politischen Kurswechsel in Washington die Beziehungen verunsichert hätten. Daher müsse Europa seine strategische Position neu bewerten. Er betonte, dass Europa nicht mehr dasselbe Maß an Stabilität in der globalen Zusammenarbeit erreichen könne wie in den vergangenen Jahrzehnten.
Neben dem Handel unterstreicht die gegenseitige Direktinvestition die Tiefe der Partnerschaft. Er mahnte die europäischen Entscheidungsträger jedoch, sich mit den Schwächen im eigenen Land auseinanderzusetzen, anstatt sich ausschließlich auf den externen Druck zu konzentrieren.
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Vereinfachung und Investitionen als Wachstumstreiber
Der Präsident der Bundesbank betonte, dass komplexe Regulierungen Investitionen und Innovationen in ganz Europa hemmen. Er forderte daher einfachere und einheitlichere Regeln in der Eurozone. Er unterstützte die Bemühungen der europäischen Institutionen, die Finanzaufsicht zu vereinfachen und gleichzeitig die Stabilität zu wahren.
Er betonte zudem die Notwendigkeit einer stärkeren Energie- und Digitalinfrastruktur. Europa müsse mehr in erneuerbare Energien und künstliche Intelligenz investieren, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Darüber hinaus forderte er eine beschleunigte Entwicklung der Spar- und Investitionsunion, um die hohen Ersparnisse Europas in produktive Unternehmen zu lenken.
Er argumentierte, dass eine stärkere Integration der Kapitalmärkte innovativen Unternehmen den Zugang zu Finanzierungen erleichtern würde. Dadurch könnte Europa die Produktivität steigern und die wirtschaftliche Fragmentierung innerhalb seines Binnenmarktes verringern.
Der Aufstieg des Euro zur globalen Rolle
Er legte besonderen Wert auf die Förderung von Euro-basierten Vermögenswerten und Zahlungssystemen. Er unterstützte die laufenden Arbeiten an einem digitalen Euro als europaweite Lösung für den Einzelhandelszahlungsverkehr. Zudem hob er die umfassende Forschung zu digitalen Zentralbankwährungen hervor, die programmierbare Zahlungen für Finanzinstitute ermöglichen könnten.
Er zeigte sich zudem offen für auf Euro basierende Stablecoins für kostengünstige grenzüberschreitende Transaktionen. Dies könnte Europa helfen, die Risiken der Dollarisation zu verringern und die Währungssouveränität zu stärken.
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