Die EZB hat den Starttermin für den digitalen Euro präzisiert.

Bild Piero Cipollone, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB), gab auf einer Sitzung des Exekutivausschusses des italienischen Bankenverbandes bekannt, dass die europäische Finanzaufsichtsbehörde die Zahlungsdienstleister (PSPs) für den digitalen Euro bis Ende März auswählen wird.

Cipollone erklärte, dass für die zweite Jahreshälfte 2027 eine neue zwölfmonatige Testphase des digitalen Euro geplant sei. Die EZB schätzt, dass die Einführung des digitalen Euro im Jahr 2029 erfolgen könnte. Im Oktober hatte die Aufsichtsbehörde erklärt, dass die Einführung des digitalen Euro bereits 2027 möglich sei, allerdings nur, wenn die entsprechenden Gesetze bis Ende 2026 verabschiedet würden.

Eine begrenzte Anzahl von Händlern und Zahlungsdienstleistern mit Zulassung in der Europäischen Union wird am Pilotprojekt teilnehmen. Sie können den digitalen Euro-Prozess von der Kundenanbindung bis hin zu Abrechnung und Liquiditätsmanagement untersuchen. Unternehmen können so die anfallenden Kosten für die Anbindung an die digitale Euro-Infrastruktur und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben im Voraus abschätzen, erklärte das EZB-Direktoriumsmitglied.

Laut Cipollone soll die digitale Zentralbankwährung (CBDC) die Schlüsselrolle europäischer Banken im Zahlungsverkehr sichern. Der digitale Euro wurde geschaffen, um lokale Dienste wie das italienische Debitkartensystem Bancomat und das spanische mobile Zahlungssystem Bizum vor der Konkurrenz internationaler Zahlungsriesen wie Visa und Mastercard zu schützen, erklärte der Beamte.

„Banken könnten aufgrund von Stablecoins und anderen privaten Lösungen die Kontrolle über Zahlungen verlieren, insbesondere angesichts der Abhängigkeit Europas von ausländischen, außereuropäischen Zahlungssystemen. Um dies zu verhindern, werden die Gebühren für die Abwicklung von Zahlungen in digitalen Euros deutlich niedriger sein als die Gebühren, die internationale Zahlungsunternehmen üblicherweise Händlern in Rechnung stellen“, erklärte Cipollone.

Cipollone hatte zuvor versprochen, dass der digitale Euro bei Online-Zahlungen ein hohes Maß an Privatsphäre bieten und sogar privater als Stablecoins sein würde. Allerdings würde der digitale Euro keine Zinsen abwerfen, um nicht mit Banken in Konkurrenz zu treten.

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