
Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Europäische Zentralbank ihre derzeitigen geldpolitischen Parameter bei ihrer nächsten Sitzung beibehalten wird. Die von Christine Lagarde geführte Zentralbank beabsichtigt, angesichts der allmählichen Erholung der Eurozonenwirtschaft eine abwartende Haltung einzunehmen.
Der Devisenmarkt zeigt Stabilität, das EUR/USD-Paar hält sich bis auf offizielle Stellungnahmen über der wichtigen Marke von 1,1800 US-Dollar.
Geldpolitische Prognosen der Aufsichtsbehörde
Am Donnerstag wird die Europäische Zentralbank (EZB) nach ihrer zweitägigen Sitzung ihre Entscheidung bekanntgeben. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass die Zinssätze zum fünften Mal in Folge unverändert bleiben. Der Leitzins bleibt bei 2,15 %, der Margin-Zinssatz bei 2,4 % und der Einlagenzins bei 2 %.
Nach Bekanntgabe der Entscheidung wird Christine Lagarde eine Pressekonferenz abhalten. Sie wird die Begründung des EZB-Rats erläutern und die aktuelle Wirtschaftslage beurteilen. Im Vorfeld dieser Entscheidung stabilisierte sich das EUR/USD-Währungspaar über 1,1800 US-Dollar. Anfang Januar hatte der Kurs ein lokales Hoch von 1,2082 US-Dollar erreicht, woraufhin es zu einer Korrektur kam.
Makroökonomische Gründe für die Pause
Die Position der EZB erscheint derzeit recht stabil. Die Aufsichtsbehörde gehörte zu den ersten großen Zentralbanken der Welt, die nach einem starken Anstieg der Inflation die Kreditkosten senkten. Die EZB-Führung vertritt aktuell die Auffassung, dass die Geldpolitik optimal ausgerichtet ist. Folglich sind in naher Zukunft keine weiteren Änderungen geplant.
Dem Protokoll der Dezembersitzung zufolge verfolgt der EZB-Rat weiterhin einen vorsichtigen Kurs. Vertreter der ING-Bankengruppe merken an, dass das makroökonomische Umfeld zwar günstig erscheint, aber weiterhin erhöhte Risiken bestehen. Die statistischen Daten der letzten Monate bestätigen jedoch die Richtigkeit des eingeschlagenen Kurses. Die Wirtschaft des Währungsraums zeigt Anzeichen einer Erholung.
Laut Eurostat wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Union im vierten Quartal um 0,3 %. Die jährliche Wachstumsrate für 2025 wird voraussichtlich 1,6 % betragen. Gleichzeitig schwächt sich die Inflation ab. Im Januar stieg der harmonisierte Verbraucherpreisindex im Jahresvergleich um 1,7 % und entsprach damit voll den Markterwartungen. Die Kerninflation, die die schwankenden Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, lag bei 2,3 %.
EUR/USD Währungspaar-Ausblick
Die bevorstehende Entscheidung der EZB dürfte keine signifikanten Schwankungen an den Finanzmärkten auslösen. Es wird erwartet, dass die Aufsichtsbehörde einen moderat strengen Kurs beibehält. Insbesondere Christine Lagarde dürfte bekräftigen, dass künftige Entscheidungen von den eingehenden Daten abhängen, ohne an einen konkreten Zeitplan gebunden zu sein.
Die technische Analyse deutet auf begrenztes Abwärtspotenzial für den Euro hin. Das Währungspaar notiert jedoch deutlich über seinen gleitenden Durchschnitten. Im Bereich von 1,1760 bis 1,1770 US-Dollar hat sich eine Unterstützung gebildet. Sollte das Paar unter dieses Niveau fallen, könnte das nächste Kursziel bei 1,1700 US-Dollar liegen. Käufer wiederum erwarten eine Konsolidierung über 1,1920 US-Dollar, um den Aufwärtstrend in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 1,2000 US-Dollar fortzusetzen.
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