
EZB-Präsidentin Christine Lagarde könnte ihr Amt vorzeitig, also vor dem Ende ihrer laufenden Amtszeit im Oktober 2027, niederlegen, berichtete die Financial Times. Journalisten zufolge wird dieser mögliche Rücktritt im Zusammenhang mit den französischen Präsidentschaftswahlen erwogen, die für Mitte Frühjahr 2027 angesetzt sind. Ein solches Szenario könnte Frankreich und Deutschland zusätzliche Zeit verschaffen, um sich auf einen neuen EZB-Präsidenten zu einigen und einen reibungslosen Machtwechsel zu gewährleisten.
Die Europäische Zentralbank hat diese Information noch nicht bestätigt. Ein Sprecher der Aufsichtsbehörde erklärte, Christine Lagarde sei weiterhin im Amt und habe noch keine Entscheidung bezüglich ihres vorzeitigen Rücktritts getroffen. Die EZB betonte, dass sich die Leitung auf die Umsetzung wichtiger Projekte und die Verfolgung der geldpolitischen Ziele konzentriere.
Im Zuge der laufenden Bemühungen der Regulierungsbehörde um die Einführung eines digitalen Euro werden mögliche Personalveränderungen erörtert. Das Projekt befindet sich bereits in der technischen Vorbereitungsphase, sein Start ist jedoch von der Ratifizierung der entsprechenden Rechtsvorschriften in der Europäischen Union abhängig.
Die EZB rechnet mit der Verabschiedung des Rechtsrahmens im Jahr 2026. Im Anschluss ist eine zwölfmonatige Pilotphase mit Banken, Zahlungsdienstleistern und einer begrenzten Anzahl von Nutzern geplant. Bei erfolgreichem Verlauf der Pilotphase könnte die EZB die Einführung eines digitalen Euro voraussichtlich um das Jahr 2029 einleiten.
Gleichzeitig konzentriert sich die EZB auf die Regulierung von Kryptowährungen und Stablecoins. Die Bank ist der Ansicht, dass die rasante Verbreitung digitaler Finanzinstrumente Risiken für die Finanzstabilität bergen und die Kontrolle über den Geldumlauf untergraben könnte. Daher unterstützt die Aufsichtsbehörde die Entwicklung digitaler Euro-Lösungen, die die Währungshoheit der Eurozone wahren.
