Die regulatorischen Neuerungen von Basel III könnten die Haltung der Banken gegenüber Bitcoin verändern.

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Die für 2026 erwartete Überarbeitung der internationalen Bankenstandards Basel III könnte die Haltung von Finanzinstituten gegenüber Kryptowährungen beeinflussen. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen mögliche Änderungen der Kapitalanforderungen für digitale Währungen. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass eine Lockerung der aktuellen Risikoparameter Banken den Weg ebnen könnte, Kryptowährungen effektiver zu verwalten und den Liquiditätszufluss in den Markt zu erleichtern.

Die aktuellen Empfehlungen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht sehen einen eher strengen Umgang mit solchen Vermögenswerten vor. Bitcoin und andere Kryptowährungen werden mit einem Risikofaktor von 1250 % als besonders risikoreich eingestuft. Dies bedeutet, dass Finanzinstitute für Transaktionen einen Betrag in Höhe des Wertes des jeweiligen Vermögenswerts zurückstellen müssen.

Laut Analyst Nik Pakrin schränken solche Anforderungen die Beteiligung von Banken an der Kryptowährungswirtschaft erheblich ein. Die Pflicht zur Kapitalreserve im Verhältnis 1:1 macht Transaktionen mit digitalen Finanzinstrumenten aus finanzieller Sicht unattraktiv. Daher verzichten viele Banken lieber auf den Handel mit Kryptowährungen und halten diese nicht in ihren Reserven.

Die Situation könnte sich jedoch drastisch ändern. Die US-Notenbank Federal Reserve hat kürzlich einen Vorschlag zur Anwendung der Basel-III-Anforderungen auf dem US-Markt vorgelegt. Das Dokument liegt nun 90 Tage lang zur öffentlichen Kommentierung aus. Experten gehen davon aus, dass diese Phase entscheidend für die zukünftige Regulierung des Marktes für virtuelle Vermögenswerte sein wird.

Vertreter der Kryptowährungsbranche fordern bereits eine Überprüfung der bestehenden Regulierungen. Sie argumentieren, dass das aktuelle Risikobewertungsmodell vor einigen Jahren entwickelt wurde und den aktuellen Marktzustand nicht mehr widerspiegelt. So kann beispielsweise das Risikoverhältnis bei Unternehmensanleihen bis zu 75 % erreichen, während Staatsanleihen, Gold und Bargeld ein Risiko von null Prozent aufweisen.

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