
Der Krypto-Händler Crypto Rover berichtete auf X, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) im Jahr 2026 auf 46,9 % gestiegen ist. Gleichzeitig sind die Erwartungen an eine Zinssenkung auf null gesunken. Händler gehen nun davon aus, dass die Fed zunächst eine abwartende Haltung einnehmen wird, bevor sie bedeutende geldpolitische Maßnahmen ergreift.
Das CME FedWatch-Tool zeigt, dass die Zinssätze voraussichtlich bis Mitte 2026 im Bereich von 3,50 % bis 3,75 % bleiben werden. Im April schätzten die Märkte die Wahrscheinlichkeit für stabile Zinssätze auf 96 %. Dieses Vertrauen sinkt im Juni und Juli leicht, doch die Händler sehen weiterhin kaum eine Chance auf eine Zinssenkung.
„Der Ausschuss wird die eingehenden Daten, die sich entwickelnden Aussichten und die Risikobalance sorgfältig auswerten“, stellte das FOMC kürzlich fest.
Allmähliche Veränderung der Zinserwartungen
Im Laufe des Jahres 2026 steigt die Wahrscheinlichkeit leicht höherer Zinsen. Für September und Oktober sehen die Märkte ein moderates Risiko, dass die Zinsen 3,75–4,00 % erreichen. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass die Zinsen im mittleren 3-%-Bereich bleiben. Experten gehen davon aus, dass die US-Notenbank angesichts der anhaltenden Inflation und der robusten Konjunktur ihre Geldpolitik zwar straff, aber stabil halten wird.
Die Daten von Polymarket bestätigen diese Einschätzung. Das Szenario „keine Zinssenkungen“ ist am wahrscheinlichsten, während eine einzelne Zinssenkung nur eine Wahrscheinlichkeit von 25 % hat. Bei zwei Zinssenkungen sinkt die Wahrscheinlichkeit auf 18 %, bei drei auf 10 % und bei vier Zinssenkungen auf kaum 4 %. Daher erwarten Anleger eher eine langsame, schrittweise Lockerung als eine aggressive Vorgehensweise.
Chloe, Forscherin bei HTX Research, sagte: „Das Marktumfeld hat sich von einer ‚von Währungen und Erwartungen getriebenen Risikobereitschaft‘ hin zu ‚Belastungen im Zusammenhang mit längeren Zinssätzen, Energieschocks und Liquiditätsengpässen‘ verlagert.“
Marktwellen und globale Faktoren
Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen: 30-jährige Anleihen notierten bei 4,972 % und 10-jährige bei 4,458 %. Der Renditeanstieg deutet auf einen Ausverkauf von Anleihen hin, da Händler die vorsichtigen Signale der US-Notenbank (Fed) neu bewerten. Auch die Ölpreise legten zu, nachdem Präsident Trump die Angriffe auf Energieanlagen ausgesetzt hatte. Brent-Rohöl verteuerte sich um 2,56 % auf 110,65 US-Dollar, WTI um 2,8 % auf 100,20 US-Dollar pro Barrel.
Die Finanzlage setzt risikoreiche Anlagen derzeit unter Druck. Chloe merkte an: „Hochriskante Anlagen und Projekte ohne signifikanten Cashflow könnten einem vergleichsweise größeren Druck ausgesetzt sein.“ Bitcoin bleibt stabil, Ethereum hingegen hat Schwierigkeiten, Kapital anzuziehen, und die meisten Altcoins verzeichnen weiterhin Kursverluste.
Die Märkte beobachten die US-Wirtschaftsdaten und die Signale der Bank von Japan genau, um die nächsten Schritte zu beurteilen.
Siehe auch: Fed bestätigt Pause bei CBDC und erweitert gleichzeitig die Aufsicht über digitale Vermögenswerte
