
Laut der Financial Times diskutieren Berater von Donald Trump, Mitglieder seines „Friedensrats“, die Möglichkeit, einen an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin für Gaza einzuführen. Die Initiative befindet sich derzeit noch in einem frühen Stadium.
Die Diskussion könnte jedoch ein Schritt hin zur Nutzung von Kryptowährung als Grundlage für den Wiederaufbau der Wirtschaft Gazas nach Kriegsende sein.
Nutzung digitaler Ressourcen zum Wiederaufbau von Gaza
Laut Financial Times soll der Stablecoin an den US-Dollar gekoppelt werden. Er soll für digitale Zahlungen verwendet werden, nicht als Ersatz für die offizielle Währung des Gazastreifens.
Das Projekt wird vom Friedensrat und der temporären technokratischen Verwaltung von Gaza geleitet.
Die Gespräche finden vor dem Hintergrund einer sich verschlechternden Lage im Bankensektor des Gazastreifens statt. Seit 2023 haben die Einwohner aufgrund der Zerstörung von Geldautomaten und Unterbrechungen der Banknotenversorgung nur eingeschränkten Zugang zu Bargeld.
Infolgedessen werden immer mehr Zahlungen in digitaler Form abgewickelt, trotz Problemen mit dem Internet und einer anfälligen Finanzinfrastruktur.
Der Friedensrat spielt eine Schlüsselrolle beim Übergang in Gaza
Der Friedensrat ist ein zentraler Bestandteil von Trumps 20-Punkte-Plan für den Wiederaufbau des Gazastreifens. Trump persönlich führt den Vorsitz in diesem Gremium. Zu seinen Mitgliedern zählen prominente Politiker wie US-Außenminister Marco Rubio, Sonderbeauftragter Steve Witkoff, der ehemalige britische Premierminister Tony Blair und Weltbankpräsident Ajay Banga.
Der Rat ist für die Überwachung der Übergangsphase in Gaza, die Erstellung von Wiederaufbauplänen und die Wiederbelebung der Wirtschaft zuständig. Er arbeitet außerdem mit der Palästinensischen Technokratischen Kommission zusammen, die für die Wiederherstellung der öffentlichen Dienstleistungen und die Organisation der laufenden Regierungsführung verantwortlich ist.
Gleichzeitig wird erwartet, dass der Einsatz internationaler Streitkräfte während der Übergangszeit für Ordnung und Sicherheit sorgen wird.
Vor diesem Hintergrund verdeutlicht die Idee eines Stablecoins den Wunsch, das Finanzsystem des Gazastreifens wiederaufzubauen, ohne sich auf traditionelle Banken zu stützen.
Der Zugang zu Finanzmitteln eröffnet Chancen, birgt aber auch ethische Kontrollrisiken.
Theoretisch könnte ein Stablecoin die Wirtschaft ankurbeln. Digitale Dollar-Token könnten Zahlungen ermöglichen, humanitäre Hilfe verteilen, Gehälter auszahlen und alltägliche Einkäufe tätigen – selbst wenn das Bankensystem ausfällt. Dieser Ansatz könnte die Verteilung von Hilfsgeldern transparenter gestalten und Korruption eindämmen.
Das Projekt wirft jedoch ernste ethische und politische Fragen auf. Würde die Kontrolle über die digitale Währung an eine internationale Organisation übertragen, könnte die externe Überwachung des Finanzsystems im Gazastreifen ein beispielloses Ausmaß erreichen. Jede Transaktion wäre überwachungsbedürftig.
Auch Einschränkungen sind möglich: Der Zugang zu Zahlungen wird über eine einzige digitale Infrastruktur ermöglicht oder blockiert.
Darüber hinaus könnte die Einführung eines separaten Zahlungssystems die wirtschaftliche Entfremdung des Gazastreifens von der des Westjordanlandes weiter verstärken. Technische Einschränkungen, wie die weitverbreitete Nutzung langsamer 2G-Netze, erschweren die Umsetzung der Lösung zusätzlich.
Die Pläne zur Einführung eines Stablecoins sind derzeit noch reine Vorschläge.
Sollte dieses Projekt umgesetzt werden, wäre es eines der ersten Beispiele für einen wirtschaftlichen Wiederaufbau nach einem Konflikt, der auf einer digitalen Dollar-Infrastruktur basiert. Diese Lösung könnte sowohl die Zukunft des Gazastreifens als auch den globalen Umgang mit Stablecoins verändern.
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