Ein Experte erklärte, was der Börsengang von BitGo wirklich für den Kryptomarkt bedeutet.

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BitGo Holdings Inc. bereitet einen Börsengang in den USA vor und plant, bis zu 201 Millionen US-Dollar einzunehmen. Das Unternehmen ist im Bereich der Speicherung digitaler Vermögenswerte und der dazugehörigen Infrastruktur tätig und konzentriert sich auf institutionelle Kunden.

Denis Astafyev, Unternehmer, Fondsmanager und Gründer der Fintech-Plattform SharesPro, sprach mit BeInCrypto darüber, was das Besondere am Börsengang von BitGo ist.

BitGo-Börsengang: Was ist bekannt?

BitGo plant die Ausgabe von 11,8 Millionen Aktien zu einem Preis von 15 bis 17 US-Dollar pro Aktie. Im oberen Bereich der Preisspanne könnte das Unternehmen mit rund 1,96 Milliarden US-Dollar bewertet werden. Der Börsengang ist für Januar geplant, und die Aktien werden an der New Yorker Börse unter dem Kürzel „BTGO“ gehandelt. Goldman Sachs Group Inc. und Citigroup Inc. fungieren als Konsortialbanken.

Das Unternehmen wurde 2013 gegründet und begann als Anbieter von Krypto-Wallet-Diensten. Im Laufe der Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt auf institutionelle Infrastruktur. Heute bietet BitGo Dienstleistungen in den Bereichen Verwahrung digitaler Vermögenswerte, Schlüsselverwaltung, Abwicklung, Liquidität und regulatorische Unterstützung an.

Nach Angaben des Unternehmens wurden Ende September 2025 Vermögenswerte im Wert von rund 104 Milliarden US-Dollar über die Plattform verwaltet, und die Anzahl der unterstützten digitalen Instrumente überstieg 1.550.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 betrug der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn 8,1 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von rund 10 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Gewinn bei 5,1 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 1,9 Milliarden US-Dollar.

Der Börsengang von BitGo zeichnet sich durch seine Positionierung aus, die sich deutlich von Börsen und Handelsplattformen unterscheidet, die sich an Privatanleger richten.

Wie der Markt BitGo wahrnimmt: Die Meinung eines Experten

Laut Denis Astafyev, Unternehmer, Fondsmanager und Gründer der Fintech-Plattform SharesPro, verdeutlicht der Börsengang von BitGo den Wandel der Anlegermentalität gegenüber dem Kryptomarkt . Immer mehr Aufmerksamkeit gilt nicht spekulativen Unternehmungen, sondern den Infrastrukturunternehmen, die das gesamte Ökosystem tragen.

Der Experte merkt an, dass BitGos Geschäftsmodell ursprünglich nicht auf Privatkunden ausgerichtet war. Das Unternehmen konkurriert nicht mit Börsen um Händler und ist nicht direkt von kurzfristigen Preisschwankungen abhängig. Seine Rolle besteht darin, als Infrastrukturanbieter für Banken, Fonds und andere institutionelle Marktteilnehmer zu fungieren.

Astafyev betont, dass der Hauptnutzen von BitGo in der Minderung operativer und regulatorischer Risiken liegt. Sichere Speicherung von Vermögenswerten, Schlüsselkontrolle, Abwicklung und formalisierte Verfahren werden für Institutionen, die mit digitalen Vermögenswerten arbeiten, immer wichtiger.

Das Geschäftsmodell des Unternehmens reagiert sensibel auf die allgemeine Entwicklung des Kryptomarktes, die Einnahmen werden jedoch durch Gebühren, Staking-Dienstleistungen und Infrastrukturlösungen generiert. Dadurch ist BitGo weniger abhängig vom Verhalten von Privatanlegern und der Marktvolatilität als andere Handelsplattformen.

Der Experte hebt insbesondere den regulatorischen Aspekt hervor. BitGo passt sich kontinuierlich den Anforderungen der US-Regulierungsbehörden an und positioniert sich als verlässlicher Partner für das traditionelle Finanzsystem. Für große Akteure sind transparente Aufsicht und formalisierte Prozesse oft wichtiger als die Geschwindigkeit der Implementierung neuer Technologien. Letztlich kann der Börsengang von BitGo als Test dafür gesehen werden, ob der Kapitalmarkt bereit ist, Krypto-Infrastrukturunternehmen auf dieselbe Stufe wie Fintechs und Zahlungsdienstleister zu stellen.

Laut Astafyev wird die zukünftige Attraktivität von BitGo als Investor nicht von der Wertentwicklung einzelner Vermögenswerte abhängen, sondern von der Fähigkeit des Unternehmens, seinen Kundenstamm, das Volumen der verwalteten Vermögenswerte und seine Infrastrukturpräsenz auszubauen.

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