Ein Experte verglich das Einfrieren des Blue Owl-Fonds mit der FTX-Geschichte.

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Nach der Ankündigung der dauerhaften Aussetzung von Rücknahmen beim 1,7 Milliarden Dollar schweren Fonds Blue Owl Capital Corp II (OBDC II) zogen Experten in den sozialen Medien Parallelen zur FTX-Krise. Der Gründer von Terminal Catenacap, der unter dem Pseudonym WildernessStoic auftritt, kommentierte die Situation und merkte an, dass es sich technisch gesehen um dasselbe Problem wie bei der skandalösen Kryptowährungsbörse handle. Er erklärte, das Hauptproblem sei ein Liquiditätsungleichgewicht. Der Experte fügte hinzu, es werde interessant sein zu beobachten, wie die US-Regulierungsbehörden reagieren und ob sie einen ähnlichen Ansatz gegenüber traditionellen Finanzinstituten verfolgen werden.

Die Kommentare erfolgten im Anschluss an die Ankündigung von Blue Owl Capital, Aktienrückkäufe aufgrund eines sprunghaften Anstiegs von Abhebungsanträgen gestoppt zu haben. Laut offiziellen Angaben verwaltet das Unternehmen Vermögenswerte von über 307,5 Milliarden US-Dollar, wobei sich der Fonds selbst auf Privatanleger im Bereich der privaten Kreditvergabe konzentriert. Marktteilnehmer schätzen, dass die Einschränkungen auf zunehmende Schwierigkeiten im rund 3 Billionen US-Dollar schweren Sektor der privaten Kreditvergabe hindeuten.

Analysten wiesen bereits auf eine Reihe negativer Faktoren hin: Rund 40 % der Direktkreditgeber weisen einen negativen freien Cashflow auf. Darüber hinaus haben etwa 30 % der Kreditnehmer mit Schulden bis 2027 ein negatives EBITDA, und die Ausfallrate im Mittelstandssegment hat 4,55 % erreicht und steigt weiter an.

Weiteren Kontext liefern die gestern veröffentlichten Kommentare von Marktteilnehmern, die angesichts des zunehmenden Drucks auf private Kredite die mögliche Notwendigkeit einer Zinssenkung und Liquiditätsausweitung durch die Fed erörterten. Zur Erinnerung: Die Kryptowährungsbörse FTX stellte ihren Betrieb im November 2022 ein. Dies geschah, nachdem bekannt wurde, dass ein mit ihr verbundenes Unternehmen, Alameda Research, die digitalen Gelder der Börsenkunden illegal für persönliche Zwecke veruntreut hatte.

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