KBW stuft die Bitcoin-Miner HIVE, Bitfarms und Bitdeer aufgrund der Einführung von KI herab.

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Die Investmentbank KBW hat die Ratings der Bitcoin-Miner HIVE Digital, Bitfarms und Bitdeer aufgrund von Risiken im Zusammenhang mit deren Neuausrichtung auf High-Performance Computing (HPC) und Künstliche Intelligenz (KI) herabgestuft. Analysten betonen, dass die Transformation der Geschäftsmodelle mehr Zeit und Kapitalinvestitionen erfordern wird als von den Anlegern erwartet.

KBW hat im Krypto-Mining-Sektor eine vorsichtigere Haltung eingenommen. Die Bank stufte Bitfarms (BITF), Bitdeer (BTDR) und HIVE Digital ( HIVE ) von „Outperform“ auf „im Einklang mit dem Markt“ herab.

In einer Reihe von Investorenmitteilungen, die am Montag veröffentlicht wurden, stellte die Bank fest, dass der Branchenwandel hin zu High-Performance Computing (HPC) und KI-Hosting zwar vielversprechend erscheine, der Prozess der Erzielung von Rentabilität jedoch mit Ausführungsrisiken und langen Vorlaufzeiten behaftet sei.

Nach der Halbierung der Bitcoin-Coins im Jahr 2024 sehen sich Bitcoin-Miner mit rekordniedrigen Gewinnen konfrontiert. Um am KI-Boom teilzuhaben, positionieren sich Unternehmen neu als Anbieter digitaler Infrastruktur. Sie beabsichtigen, bestehende Hochleistungs-Strom- und Kühlanlagen in KI-fähige Rechenzentren umzuwandeln. Dies bietet die Möglichkeit, die schwankenden Mining-Einnahmen durch langfristige, stabile Verträge mit Unternehmen zu ersetzen.

Der Übergangsprozess gestaltet sich jedoch alles andere als einfach. Die enormen Investitionskosten und strengen betrieblichen Anforderungen im HPC-Sektor stellen erhebliche Markteintrittsbarrieren dar. Dies führt zu einer Marktfragmentierung: Einige Unternehmen werden ihre Anlagen erfolgreich umrüsten können, während andere Gefahr laufen, auf ungenutzten Anlagen sitzen zu bleiben.

Bitfarms: Lange Wartezeit für die Sharon-Anlage

Analyst Steven Glagola änderte seine Bewertung von Bitfarms auf „zum Marktpreis“. Er betonte, dass CEO Ben Gagnon zwar eine klare Entwicklungsvision habe, der Markt aber das Potenzial der 120-Megawatt-Anlage (MW) des Unternehmens in Sharon, Pennsylvania, bereits eingepreist habe.

Trotz der Anhebung des Kursziels für die Bitfarms-Aktie von 2,50 $ auf 3,00 $ rechnet der Analyst nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2026 mit dem Abschluss eines formellen Leasingvertrags. Er äußerte zudem Zweifel an den Plänen von Bitfarms, in den KI-Cloud-Markt in Washington, D.C., einzusteigen, und hob die Risiken hervor, die mit der wachsenden Verschuldung des Unternehmens verbunden sind.

Der Aktienkurs blieb im frühen Handel unverändert.

Bitdeer: Maßstab vs. Unsicherheit

Die Herabstufung von Bitdeer ging mit einer deutlichen Senkung des Kursziels von 26,50 $ auf 14 $ einher. KBW bestätigte zwar, dass Bitdeer dank seiner vertikal integrierten Sealminer-Technologie auf dem besten Weg sei, bis 2026 zu einem führenden börsennotierten Miner zu werden, warnte jedoch davor, dass der verstärkte Fokus des Unternehmens auf KI-Cloud-Lösungen zusätzliche Unsicherheit mit sich bringe.

Der Analyst nannte als Hauptgründe für die vorsichtige Haltung: den derzeit geringen Umfang des Unternehmens, die konzentrierte Kontrolle durch die Aktionäre und „Risiken im Zusammenhang mit verbundenen Parteien“.

Der Aktienkurs stieg leicht auf 13,91 Dollar.

HIVE : Kein nachhaltiger Nutzen

Das Kursziel für die Aktien von HIVE Digital wurde von 11,00 $ auf 3,50 $ gesenkt. Stephen Glagola stellte die Nachhaltigkeit der KI-Cloud-Strategie des Unternehmens infrage. Der Analyst merkte an, dass HIVEs Abhängigkeit von Vertriebspartnern und der Gerätefinanzierung das Unternehmen im Vergleich zu seinen direkten Wettbewerbern im Rechenzentrumsbereich benachteiligt.

KBW wies zudem auf die negative Kapitalrendite (ROIC) von HIVE vor Steuern hin. Dies deutet darauf hin, dass das Unternehmen zwar seine Mining-Hashrate erhöht, aber im aktuellen Niedrig-Hashrate-Umfeld keinen ausreichenden operativen Gewinn erwirtschaftet.

Zum Redaktionsschluss lag der Aktienkurs von HIVE 0,3 % höher bei 3,04 US-Dollar.

In allen drei Fällen herrscht bei der Investmentbank Einigkeit: Der Übergang vom Mining zum Rechenzentrumsmanagement ist ein ressourcenintensiver Prozess. Er kann eine stärkere Verwässerung der Aktien und mehr Zeit in Anspruch nehmen, als Anleger erwarten.

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