
- Hyperinflation und Sanktionen treiben die Iraner dazu, ihre Ersparnisse in Kryptowährungen umzuwandeln.
- Die Erfahrungen im Libanon zeigen, wie Bankbeschränkungen den Übergang zu Bitcoin beschleunigen.
- Das Wachstum von P2P-Transaktionen und nicht-verwahrenden Wallets schafft ein paralleles Finanzsystem.
Der starke Wertverfall des iranischen Rial und die steigende Inflation führen laut CoinDesk zu einem verstärkten öffentlichen Interesse an Kryptowährungen, insbesondere an Bitcoin. Mit der Abwertung der Landeswährung versuchen Sparer, ihre Gelder von Banken abzuheben und ihre Ersparnisse außerhalb des traditionellen Finanzsystems anzulegen.
Analysten weisen darauf hin, dass die aktuelle Situation stark an die Banken- und Währungskrise im Libanon im Jahr 2019 erinnert. Beschränkungen bei Bargeldabhebungen und die Abwertung führten zum Verlust eines erheblichen Teils der Ersparnisse.
Infolgedessen haben diese Prozesse den Übergang der Bürger zu alternativen Kapitalspeicherinstrumenten, einschließlich digitaler Vermögenswerte, beschleunigt.
Abwertung des iranischen Rial gegenüber dem US-Dollar. Daten: TradingView.
Kryptowährungen als Antwort auf die Bankenkrise
In Iran erschweren Sanktionen und wirtschaftlicher Druck den Zugang zu internationalen Zahlungen und heizen die Inflation an, schreiben die Autoren. Marktteilnehmer schätzen das Volumen der Kryptowährungsaktivitäten auf mehrere Milliarden Dollar.
Gleichzeitig überweisen Nutzer die Gelder oft direkt auf ihre persönlichen Wallets, aus Angst vor einer Sperrung und einem weiteren Rückgang des Wechselkurses.
Analysten sind der Ansicht, dass die Erfahrungen im Libanon zeigen, dass in Zeiten finanzieller Instabilität der P2P-Handel stark zunimmt und Kryptowährungen zunehmend für Geldtransfers und alltägliche Zahlungen eingesetzt werden.
Gleichzeitig entsteht eine Schattenwirtschaft, in der die Banken eine geringere Rolle spielen, wie die Medien feststellten.
Es bestehen jedoch weiterhin Einschränkungen, darunter instabile Internetverbindungen, Stromausfälle und die Risiken der Nutzung unzuverlässiger Dienste. Dennoch gehen die Nutzer zunehmend dazu über, ihre Vermögenswerte selbst zu verwalten und zu lernen, wie sie ihr Geld schützen können.
Experten weisen darauf hin, dass solche Prozesse die Entwicklung einer neuen Finanzinfrastruktur beschleunigen könnten. Bitcoin dient als Wertspeicher, während Stablecoins für alltägliche Zahlungen genutzt werden und so die Einschränkungen des traditionellen Bankensystems teilweise ausgleichen.
Die Situation im Iran zeige, dass Krisen nationaler Währungen und Bankensysteme das Interesse an dezentralen Instrumenten verstärkten, so Analysten.
Darüber hinaus zeige die Erfahrung im Libanon, dass der Wechsel zu Kryptowährungen eine gesellschaftliche Reaktion auf einen Vertrauensverlust in Finanzinstitutionen sei, argumentieren die Autoren. Es handele sich um einen Versuch, die Kontrolle über die eigenen Finanzen zu behalten, stellten die Journalisten fest.
Zur Erinnerung: Wir hatten zuvor berichtet, dass Binance Gerüchte über Mitarbeiterentlassungen und Verstöße gegen Sanktionen gegen den Iran dementiert hat.
