
Laut Financial Times hat der Emittent des Stablecoins USDT bereits in 140 Vermögenswerte investiert. Das Portfolio des Unternehmens umfasst Anteile an Agrarunternehmen in Südamerika und eine Beteiligung am italienischen Fußballclub Juventus Turin.
Die Belegschaft von Tether ist auf rund 300 Mitarbeiter angewachsen. Das Unternehmen plant, in den nächsten zwei Jahren weitere 150 Mitarbeiter, vorwiegend Ingenieure, einzustellen.
Der Emittent veröffentlicht außerdem Stellenanzeigen weltweit und sucht KI-Spezialisten in Italien, Investmentassistenten in den VAE sowie Manager für regulatorische Angelegenheiten in Ghana und Brasilien.
Auf einer kürzlich in San Salvador abgehaltenen Konferenz führte Tether-CEO Paolo Ardoino den Anstieg der Aktivitäten auf die Kernmission des Unternehmens zurück, „Stabilität zu bieten“ durch einen „kostenlosen Technologie-Stack“ in den Bereichen Finanzen, Daten, Kommunikation und Energie, im Gegensatz zu zentralisierten Technologiegiganten.
Beobachter gehen davon aus, dass der zunehmende Wettbewerb im Stablecoin-Sektor der Grund für die Diversifizierung der Geschäftsfelder ist.
Probleme und Lösungen
Unterdessen gerät Tether weiterhin verstärkt ins Visier der Aufsichtsbehörden. Dem Unternehmen wird regelmäßig vorgeworfen, bei Ermittlungen zu Finanzkriminalität unzureichend mitzuwirken, und seine Quartalsberichte von BDO Italia werden wegen fehlender vollständiger Prüfung kritisiert.
Analysten, darunter Experten von S&P, sind besorgt über das Vorhandensein von Gold, Bitcoin (BTC) und anderen risikoreichen Vermögenswerten in den Reserven.
Vor diesem Hintergrund hat sich der Emittent zu einem der größten privaten Inhaber von US-Staatsanleihen entwickelt. Tether erwirbt zudem aktiv physisches Gold und Grundstücke und schafft so eine Art „finanzielle Festung“. Das Unternehmen positioniert diesen Teil seines Portfolios als Absicherung gegen großflächige sozioökonomische Umbrüche oder systemische Krisen.
Tether knüpft zudem enge Beziehungen zu politischen Kräften, insbesondere zur Regierung von US-Präsident Donald Trump und zur Regierung von El Salvador unter Nayib Bukele. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz bereits nach El Salvador verlegt.
