
Meltem Demirors, Partnerin bei Crucible Capital, erklärte, die sogenannte institutionelle Akzeptanz von Kryptowährungen trete in eine neue Phase ein. Laut Demirors gehe es dabei nicht um die Beteiligung an der Ökosystementwicklung , sondern um die Umverteilung von Einnahmen zugunsten großer Finanzakteure. Sie betonte, diese Akteure seien nicht darauf aus, Privatanleger zu unterstützen. Ihr Ziel sei es, die Kryptoökonomie in eine nachhaltige Gebührenquelle zu verwandeln. Der Fokus liege dabei primär auf digitalen Assets in Form von Token, nicht auf der Blockchain als Infrastruktur .
Meltem Demirors merkte an, dass traditionelle Finanzinstitute bereits einen erheblichen Teil der Marktgewinne kontrollieren. Sie schätzt, dass die Emittenten der Stablecoins USDT und USDC jährlich Nettozinsmargen von rund 10 Milliarden US-Dollar erwirtschaften . Diese Einnahmen verteilen sich auf das private Unternehmen Tether sowie die börsennotierten Unternehmen Coinbase und Circle. Trotz ihrer Beiträge zur Branchenentwicklung konzentrieren sich diese Unternehmen primär auf die Interessen ihrer eigenen Aktionäre.
Die Rolle von Cantor Fitzgerald wird explizit erwähnt. Das Unternehmen verwaltet die Vermögenswerte von Tether und ist an der Strukturierung von Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten beteiligt . Meltem Demirors schätzt, dass solche Aktivitäten jährlich Hunderte Millionen Dollar generieren. Sie ist überzeugt, dass diese Unternehmen die Hauptprofiteure des Marktwachstums sind.
Als eines der größten Beispiele institutioneller Expansion hob die Expertin den IBIT Spot Bitcoin ETF von BlackRock hervor. Der Fonds erreichte innerhalb von 18 Monaten ein verwaltetes Vermögen von rund 100 Milliarden US-Dollar. Laut ihr ist dies einer der schnellsten Markteinführungen der Geschichte. Das Produkt hat sich zudem zu einem der profitabelsten für die Managementgesellschaft entwickelt. Meltem Demirors wies außerdem auf die Aktivitäten von Investmentgiganten wie Apollo Global Management hin. Solche Organisationen nutzen Kryptowährungen als Sicherheiten und ihre Treasury-Reserven, um diese in ihre eigenen Kredit- und Multi-Asset-Fonds zu integrieren. Dies ermöglicht eine Umverteilung von Liquidität innerhalb des traditionellen Finanzsystems. Institutionen ziehen laut der Expertin jährlich Milliarden von Dollar aus der Kryptoökonomie ab. Die Protokolle selbst erhalten hingegen einen vergleichsweise geringeren Anteil des von ihnen generierten Wertes.
Meltem Demirors wies zudem auf die Beteiligung von Politikern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens am Kryptogeschäft hin. Dies verdeutliche die Verschmelzung digitaler Vermögenswerte mit traditionellen Macht- und Kapitalzentren. Abschließend betonte sie, dass der Einstieg institutioneller Akteure eine natürliche Phase der Kapitalisierung der Branche darstelle.
