
Der Experte für digitale Vermögenswerte, Omi Malekan, lenkte die Aufmerksamkeit auf Berichte im Wall Street Journal, die eine angespannte Diskussion zwischen den Chefs großer Banken und Coinbase-CEO Brian Armstrong beim Weltwirtschaftsforum in Davos schilderten. Laut Malekan verhielten sich die Topmanager der Finanzkonzerne harsch und zeigten eine ablehnende Haltung gegenüber den Forderungen der Kryptoindustrie nach regulatorischer Klarheit.
Malekan betonte, dass es sich um Unternehmen mit kombinierten Bilanzsummen von über 5 Billionen US-Dollar und jährlichen Umsätzen in dreistelliger Milliardenhöhe handele. Diese Banken hätten seiner Ansicht nach jahrzehntelang staatliche Unterstützung und regulatorische Hürden genossen, die den Wettbewerb einschränkten. Vor diesem Hintergrund finde es der Experte befremdlich, dass Krypto-Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von rund 50 Milliarden US-Dollar als ernsthafte Bedrohung wahrgenommen würden.
Der Experte kritisierte auch das Argument, Stablecoins seien nachteilig für Kreditnehmer. Er argumentierte, dass solche Vermögenswerte in erster Linie die Spar- und Zahlungsbedingungen verbesserten, was den meisten Verbrauchern und Unternehmen zugutekomme. Der Anteil der Kreditnehmer, die Kredite direkt über Banken aufnehmen, sei nach wie vor gering und spiegele nicht die Interessen der gesamten Wirtschaft wider.
Malekan wies auch Behauptungen über ein Risiko massiver Einlagenabflüsse in Höhe von 6 US-Dollar zurück. Seiner Ansicht nach wurde diese Zahl von einer privaten, mit dem Bankensektor verbundenen Beratungsgruppe vorgeschlagen und entbehre einer ausreichenden wissenschaftlichen Begründung. Er vermutet, dass solche Schätzungen dazu dienen, Druck auf die Aufsichtsbehörden auszuüben.
Laut Malekan sind Behauptungen, Stablecoins würden die Kreditvergabe untergraben, ebenfalls falsch. Ein erheblicher Teil der digitalen Dollarbestände fließe ohnehin ins Bankensystem zurück, allerdings in Form höher verzinster Konten. Seiner Ansicht nach seien in Wirklichkeit nicht die Kreditverfügbarkeit, sondern die Gewinne der Banken gefährdet.
Der Experte sprach sich ausdrücklich gegen die Regulierung von Stablecoins wie Bankeinlagen oder Geldmarktfonds aus. Er verglich einen solchen Ansatz mit dem Versuch, Sprachmodelle mit Suchmaschinen gleichzusetzen. Seiner Ansicht nach weisen Blockchain-basierte digitale Token einzigartige Merkmale auf und erfordern daher eine separate, spezialisierte Regulierung. Abschließend erklärte Malekan, die Position der Großbanken ziele darauf ab, den Wettbewerb einzuschränken und ihre Vormachtstellung zu sichern. Er unterstützte Brian Armstrong.
