
Angesichts des starken Kapitalabflusses aus dem Kryptowährungsmarkt Anfang 2026 hat sich das Verhalten von Risikokapitalgebern zu einem wichtigen Indikator entwickelt. Ihre Entscheidungen helfen Privatanlegern, Segmente zu identifizieren, die auch in einem Bärenmarkt noch Potenzial besitzen.
Aktuelle Berichte deuten auf grundlegende Veränderungen hin: Die Sektoren, die Finanzmittel anziehen, haben sich dramatisch verändert.
Wichtige Abschlüsse Anfang 2026
Laut der Analyseplattform CryptoRank haben Risikokapitalfirmen seit Jahresbeginn über 2 Milliarden US-Dollar in Kryptoprojekte investiert. Der durchschnittliche wöchentliche Zufluss liegt bei über 400 Millionen US-Dollar.
Kryptowährungs-Fundraising Anfang 2026. Quelle: CryptoRank
Mehrere bedeutende Transaktionen stachen im Markt hervor. Rain sammelte 250 Millionen US-Dollar ein, um eine Zahlungsinfrastruktur auf Basis von Stablecoins für Unternehmen aufzubauen. BitGo nahm bei seinem Börsengang (IPO) 212,8 Millionen US-Dollar ein und festigte damit seine Position als Anbieter von Sicherheitsdienstleistungen und Verwahrer digitaler Vermögenswerte für institutionelle Kunden.
Darüber hinaus erhielt das BlackOpal-Projekt 200 Millionen Dollar für die Entwicklung seines GemStone-Produkts, eines Investment-Grade-Instruments, das durch tokenisierte Kreditkartenforderungen in Brasilien besichert ist.
Die größten Finanzierungsrunden für Kryptofonds Anfang 2026. Quelle: Alex Dulub
Erhebliche Investitionen haben auch die Handelsinfrastruktur beeinflusst. Ripple investierte 150 Millionen US-Dollar in die LMAX-Plattform. Ziel der Transaktion ist die Integration des Stablecoins RLUSD als primäres Sicherheitengut. Der Emittent Tether investierte ebenfalls 150 Millionen US-Dollar in Gold.com und erweiterte damit den globalen Zugang zu tokenisiertem und physischem Gold.
Paradigmenwechsel bei Investitionen
Analysten von Milk Road stellen fest, dass kein Kapital mehr in Layer-1-Blockchains (L1), Memecoins oder KI-integrierte Projekte fließt. Stattdessen dominieren Stablecoin-Infrastruktur, Verwahrungslösungen und die Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWA).
Marktstatistiken bestätigen diese These. Seit Jahresbeginn ist die Gesamtmarktkapitalisierung des Kryptomarktes um etwa 1 Billion US-Dollar gesunken. Die Marktkapitalisierung von Stablecoins liegt hingegen weiterhin über 300 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus hat der Gesamtwert tokenisierter Vermögenswerte (RWA) mit über 24 Milliarden US-Dollar einen Höchststand erreicht.
Ryan Kim, Partner bei Hashed Fund, argumentiert, dass sich die Erwartungen von Risikokapitalgebern grundlegend verändert haben. Dies spiegelt einen neuen Investitionsstandard für die gesamte Branche wider. Während Investoren sich 2021 auf Tokenomics und Storytelling konzentrierten, werden bis 2026 reale Umsätze, regulatorische Vorteile und institutionelle Kunden im Vordergrund stehen.
„Fällt Ihnen auf, was in den Listen fehlt? Keine L1-Börsen. Keine dezentralen Börsen. Keine Community-Projekte. Jeder Dollar floss in Infrastruktur und Compliance“, betonte Ryan Kim.
Die größten Deals betreffen Infrastrukturentwickler, nicht Projekte, die auf spekulative Token-Preissteigerungen abzielen. Folglich fehlen dem Markt die Elemente, die frühere Hype-Zyklen befeuert haben.
Marktsignale und Risiken
Die Analysten von Milk Road betonen, dass Fonds nicht mehr auf Spekulationen setzen. Sie untersuchen vielmehr „die Infrastruktur, die Infrastruktur und die verschiedenen Ebenen der Einhaltung regulatorischer Bestimmungen“.
Es gibt jedoch auch eine pessimistische Sichtweise. Analyst Lucas (Miya) geht davon aus, dass sich der Krypto-Venture-Markt im Niedergang befindet. Er verweist auf einen deutlichen und anhaltenden Rückgang der Verbindlichkeiten der Kommanditisten.
Der Experte sieht den Ausstieg prominenter Firmen wie Mechanism und Tangent aus dem Kryptosektor als Warnsignal. Viele Unternehmen schließen stillschweigend ihre Positionen.
Es wäre jedoch verfrüht, angesichts des Zuflusses von über 2 Milliarden US-Dollar in nur sechs Wochen von einem vollständigen Zusammenbruch des Sektors zu sprechen. Diese Veränderungen deuten wahrscheinlich auf eine tiefere Integration digitaler Vermögenswerte in das traditionelle Finanzsystem und die langfristige Reifung der Branche hin.
Der Beitrag „Venture-Fonds haben seit Jahresbeginn über 2 Milliarden Dollar in Krypto-Infrastruktur investiert“ erschien zuerst auf BeInCrypto.
