
Laut der Studie „Women in Fintech“ von FMIntelligence werden Gründerteams, die ausschließlich aus Frauen bestehen, im Jahr 2024 nur 2,3 % der 289 Millionen US-Dollar erhalten, die weltweit in Startups investiert werden.
Und das ist völlig vergebens, denn Gründerinnen erwirtschaften 78 Cent Rendite pro investiertem Dollar, im Vergleich zu nur 31 Cent bei Gründern. Die Schließung der Geschlechterlücke könnte das globale BIP um 7 bis 28 Billionen Dollar steigern.

FMIntelligence-Daten
Gleichzeitig prognostiziert FMIntelligence, dass Frauen bis Ende dieses Jahres etwas mehr als ein Drittel der Beschäftigten im Fintech-Sektor ausmachen werden, wobei 7 % davon CEO-Positionen innehaben. Die geschlechtsspezifische Lohnlücke wird sich derweil voraussichtlich nicht verringern.
Laut Ravio beträgt die geschlechtsspezifische Lohnlücke im europäischen Fintech-Sektor 33,18 % und vergrößert sich mit zunehmender Unternehmensreife. Bei Wachstumsunternehmen liegt die Lücke bei 25 %, während sie bei Unternehmen in der Spätphase etwa 37 % erreicht.
Die Geschlechterungleichheit bleibt ein eklatantes Problem – Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung, aber nicht die Hälfte der Führungspositionen. Wirklicher Wandel vollzieht sich am schnellsten, wenn er an der Spitze beginnt.
Maßnahmen wie die Rechenschaftspflicht der Führungskräfte und die Vertretung von Frauen in Aufsichtsräten sollen Frauen keinen unfairen Vorteil verschaffen. Sie helfen vielmehr, unbewusste Vorurteile abzubauen, die seit Jahrzehnten bestehen, so Sara Barslund Lauridsen, Chief Product Officer der Nexi Group.

FMIntelligence-Daten
Der CFD- und Devisenhandel bildet das extreme Ende des Spektrums: Weltweit sind 90,3 % der Devisen- und CFD-Händler Männer, in den USA liegt das Verhältnis bei 92 % zu 8 %. Laut einer Gemini-Umfrage sind 69 % der Kryptowährungsbesitzer Männer – eine Kluft, die sich seit 2022 sogar noch vergrößert hat. Gleichzeitig zeigen die Leistungsdaten durchweg einen Vorteil für Händlerinnen, die laut einer Studie der Warwick Business School ihre männlichen Kollegen um fast 2 % pro Jahr übertreffen.
Woran liegt das geringe Engagement? Jede fünfte Frau lässt sich vom Investieren abschrecken, weil der Tonfall der Branche herablassend und das „machohafte Marketing“ so präsent ist. Das sind keine Nebensächlichkeiten; sie entscheiden darüber, wer teilnimmt, wer Kapital beschafft und wer letztendlich Führungspositionen innehat.
Ein weiterer Grund für das geringe Interesse von Frauen an risikoreichen Anlagen liegt in deren praktischer Natur. Es ist bekannt, dass Anleger bereit sein müssen, einen Teil ihres Kapitals zu verlieren und mutig zu handeln. Frauen, die ihre notwendigen Ausgaben genau planen, werden ihre Grundbedürfnisse nicht für potenzielle Gewinne riskieren.
Frauen sind in der Zahlungs- und Technologiebranche weiterhin unterrepräsentiert, oft aufgrund der weit verbreiteten Annahme, dass Informatik ein „Männerhobby“ sei. Ein echter Wandel müsse früher beginnen, durch integrative Initiativen und Bildung, die mehr Mädchen dazu ermutigen, eine Karriere im Technologiebereich anzustreben, sagt Tamsin Crossland, Chief AI Architect bei Icon Solutions.
Das Founders Forum prognostiziert, dass die Geschlechtergleichstellung im Risikokapitalbereich erst im Jahr 2065 erreicht sein wird. Das eigene Modell von FMIntelligence legt nahe, dass Frauen bis Ende 2026 31 % der Beschäftigten im Fintech-Sektor ausmachen werden, während der Frauenanteil im Kryptobereich sich 22 % annähern wird und das geschlechtsbereinigte verwaltete Vermögen sich 145 Milliarden US-Dollar annähern wird.
