US-Notenbank: Zinssenkungspläne für 2026 bleiben trotz Krieg mit dem Iran bestehen

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Die US-Notenbank Federal Reserve veröffentlichte das Protokoll ihrer März-Sitzung. Daraus geht hervor, dass selbst angesichts der militärischen Risiken im Nahen Osten viele Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) weiterhin davon ausgehen, dass eine Zinssenkung im Jahr 2026 wahrscheinlich ist, falls der Konflikt das Wirtschaftswachstum und den Arbeitsmarkt stärker beeinträchtigt als die Inflation.

Was genau enthüllen die Protokolle der Federal Reserve?

Das veröffentlichte Protokoll der Sitzung vom 17./18. März zeigt, dass der Ausschuss den Zielkorridor für den Leitzins bei 3,5 % bis 3,75 % beließ. Die Debatte innerhalb der Fed verlief jedoch merklich hitziger: Einige Mitglieder räumten ein, dass ein langwieriger militärischer Konflikt, steigende Energiepreise und das Risiko verfestigter Inflationserwartungen eher eine Zinserhöhung als eine Zinssenkung erforderlich machen könnten. Im Protokoll wurde jedoch ausdrücklich festgehalten, dass viele Mitglieder weiterhin eine Lockerung der Geldpolitik im Laufe des Jahres 2026 als Basisszenario betrachten, falls die Folgen des Konflikts zu einer Abschwächung der Konsumausgaben, einer Verschlechterung der Arbeitsmarktlage und einer deutlicheren Konjunkturabschwächung führen.

Warum Krieg gleichzeitig sowohl die Argumente für Härte als auch für Milde stärkt

Die Argumentation der Fed basiert derzeit auf zwei gegenläufigen Effekten. Der erste ist inflationärer Natur. Bleiben die Ölpreise und die damit verbundenen Kosten hoch, werden die Unternehmen diese Kosten an die Verbraucher weitergeben, wodurch das Erreichen des Inflationsziels von 2 % verzögert wird. Aus diesem Grund waren mehrere Diskussionsteilnehmer bereit, einen restriktiveren Zinspfad in Betracht zu ziehen. Der zweite Effekt ist makroökonomischer Natur. Höhere Energiepreise, sich verschlechternde Finanzbedingungen und eine schwächere Nachfrage könnten die Wirtschaft so stark bremsen, dass die Fed die Zinsen erneut senken muss, um Beschäftigung und Kreditvergabe zu stützen. Dies ist die zentrale Schlussfolgerung des Protokolls: Die Aufsichtsbehörde sieht kein einseitiges Szenario und hält sich eine breite Palette von Optionen offen.

Wie passt das zu der FOMC-Entscheidung vom März?

Auf ihrer Märzsitzung beließ die Kommission den Leitzins unverändert und stellte klar, dass weitere Schritte von den eingehenden Wirtschaftsdaten, einer aktualisierten Prognose und einer Risikobewertung abhängen würden. Gleichzeitig zeigten die damals veröffentlichten Wirtschaftsprognosen, dass die FOMC-Mitglieder im Median weiterhin von einer einzigen Zinssenkung um 25 Basispunkte im Jahr 2026 ausgingen. Das Protokoll verdeutlicht dieses Bild: Die Sensibilität gegenüber Inflationsgefahren hat innerhalb der Kommission zugenommen, der Konsens über die Möglichkeit einer Lockerung der Geldpolitik ist jedoch nicht völlig verschwunden.

Was CME FedWatch zeigte

Die Markterwartungen veränderten sich am Tag der Protokollveröffentlichung ebenfalls deutlich. Laut dem Tool stieg die Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinssenkung bis Dezember 2026 auf 44,1 %, gegenüber 14,1 % am Vortag. Gleichzeitig sank die Wahrscheinlichkeit, den Zinssatz bis Jahresende im Bereich von 3,5–3,75 % zu halten, von 77,4 % auf 53,6 %, während die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung von 4,9 % auf 0,8 % zurückging. Betrachtet man diese Neubewertung in verschiedenen Szenarien, so stieg die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte von 16,7 % auf 35,2 % und die Wahrscheinlichkeit für eine Senkung um 50 Basispunkte oder mehr von 1,1 % auf 10,4 %. Dies ist ein wichtiges Detail für den Markt: Die Anleger erwarten nicht einfach nur abstrakt eine “akkommodierendere” Fed, sondern preisen schnell eine konkrete Rückkehr zur Lockerung ein, falls sich der geopolitische Schock nicht in einer Inflation niederschlägt.

Meinung der KI

Für die globalen Märkte sind die Protokolle der US-Notenbank (Fed) von Bedeutung, da sie kein Szenario ausschließen. Sollte sich der Anstieg der Energiepreise als kurzlebig erweisen und sich die Konjunktur abkühlen, hätte die Fed weiterhin Gründe für eine Zinssenkung in diesem Jahr. Beschleunigt sich die Inflation jedoch erneut und steigen die Erwartungen der Haushalte, könnte die Fed die Zinsen länger beibehalten oder ihre Rhetorik sogar verschärfen. Für den Kryptomarkt bedeutet dies eine weiterhin hohe Abhängigkeit von makroökonomischen Daten: Bitcoin und andere risikobehaftete Anlagen reagieren weiterhin nicht nur auf die Beibehaltung des Zinssatzes selbst, sondern auch auf das von der Fed letztendlich erwartete Gleichgewicht zwischen Inflation und Konjunkturabschwächung. Aktuell deuten die Protokolle darauf hin, dass die Fed flexibler agiert als auf einem vorgezeichneten Kurs, und CME FedWatch zeigt, dass der Markt eine Rückkehr zum Zinssenkungsszenario bereits ab 2026 wieder akzeptiert.

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