WSJ: Kalshi und Polymarket planen eine Kapitalerhöhung mit einer Bewertung von 20 Milliarden Dollar.

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Laut dem Wall Street Journal befinden sich die Prognosemarktplattformen Kalshi und Polymarket in ersten Gesprächen mit Investoren, um Finanzmittel zu einer Bewertung von jeweils rund 20 Milliarden Dollar einzuwerben.

Die Gespräche befinden sich in einem frühen Stadium und garantieren keinen Abschluss. Im Erfolgsfall würde sich die Marktkapitalisierung beider Unternehmen verdoppeln.

Im November sammelte Kalshi in einer von Sequoia und CapitalG angeführten Finanzierungsrunde (mit Beteiligung von a16z, Paradigm und anderen) 1 Milliarde US-Dollar bei einer Bewertung von 11 Milliarden US-Dollar ein. Polymarket erreichte im Oktober eine Bewertung von 9 Milliarden US-Dollar, nachdem die an der NYSE notierte Intercontinental Exchange einer Investition von bis zu 2 Milliarden US-Dollar in die Plattform zugestimmt hatte.

Explosives Wachstum

Diese ambitionierten Zahlen spiegeln das rasante Wachstum des Sektors wider. Im Februar erreichte das gesamte Handelsvolumen auf führenden Prognoseplattformen 18,3 Milliarden US-Dollar, verglichen mit lediglich 2 Milliarden US-Dollar im August 2025.

Рынки Monatliche Handelsvolumina auf Kalshi und Polymarket. Quelle: The Block.

Laut dem Wall Street Journal hat Kalshis prognostizierter Jahresumsatz die Milliardengrenze überschritten, einige Schätzungen gehen sogar von fast 1,5 Milliarden US-Dollar aus. Die von der CFTC regulierte Plattform hat Polymarket seit September hinsichtlich des monatlichen Umsatzes kontinuierlich übertroffen, vor allem dank Sportwetten. Laut Kalshi-CEO Tarek Mansour überstieg das Handelsvolumen allein während des Super Bowls die Milliardengrenze.

Polymarket, gegründet von Shane Coplan, beschränkt den Zugang derzeit auf US-Nutzer. Im Dezember begann die Plattform jedoch mit dem Test einer lokalen App für Teilnehmer auf der Warteliste und erhielt dafür die Genehmigung der CFTC. Der vollständige Start der regulierten US-Version wird noch in diesem Jahr erwartet.

Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden

Die Finanzierungskampagne findet vor dem Hintergrund verstärkter Kritik an der Branche statt. Laut dem Wall Street Journal haben die US-Abgeordneten Blake Moore und Salud Carbajal einen Gesetzentwurf eingebracht, der es Vorhersagemärkten verbietet, Wetten auf Krieg und Sport abzuschließen.

Die Initiative war eine Reaktion auf eine Reihe von Skandalen. Zuvor hatten Analysten von Bubblemaps sechs neue Wallets entdeckt, die nur wenige Stunden vor dem US-Angriff auf den Iran am 28. Februar rund eine Million Dollar durch Wetten auf einen solchen Angriff gewonnen hatten.

Senator Chris Murphy bereitet derweil einen Gesetzentwurf vor, der die Vergabe von Aufträgen für Regierungsentscheidungen verbieten soll, da er Beamte des Weißen Hauses des Insiderhandels verdächtigt.

Kalshi sah sich zudem heftiger Kritik ausgesetzt, weil er auf das Schicksal des iranischen Obersten Führers Ali Khamenei gewettet hatte, der bei den Luftangriffen vom 1. März getötet wurde. Die Öffentlichkeit warf der Plattform vor, entgegen ihren internen Regeln einen „Todesmarkt“ geschaffen zu haben.

Angesichts einer ähnlichen Welle der Empörung sah sich Polymarket gezwungen, die Vertragsklausel bezüglich des möglichen Einsatzes von Atomwaffen zu streichen.

Zusätzlicher Druck auf diese Projekte kommt von den staatlichen Glücksspielbehörden. Lokale Behörden stufen Sportwettenmärkte als unlizenziertes Glücksspiel ein, obwohl die CFTC die ausschließliche Zuständigkeit des Bundes für solche Derivate beansprucht.

Wettbewerbskampf

Da der Großteil der Liquidität in diesem Segment hauptsächlich auf Kalshi und Polymarket konzentriert ist, setzen die Anleger faktisch auf ein Duopol, anstatt ihre Mittel auf Dutzende kleinerer Projekte zu verteilen.

Die Wettbewerbslandschaft verändert sich jedoch allmählich. DraftKings, Coinbase, Gemini und Crypto.com haben bereits die Einführung oder Entwicklung eigener Produkte in diesem Bereich angekündigt. Auch Wall-Street-Giganten wie Nasdaq und Cboe zeigen Interesse an binären Optionen.

Sollte die Bewertung von 20 Milliarden Dollar bestätigt werden, würden beide Plattformen DraftKings in der Marktkapitalisierung übertreffen und mit Flutter Entertainment (der Muttergesellschaft des Buchmachers FanDuel) gleichziehen.

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