Peter Thiel investierte 140 Millionen Dollar in den Bau von Rechenzentren im Meer

Das amerikanische Startup Panthalassa, das autonome, schwimmende Rechenzentren entwickelt, die mit Wellenenergie betrieben werden, hat 140 Millionen Dollar bei einer Bewertung von rund 1 Milliarde Dollar eingesammelt.
Heute geben wir eine Finanzierungsrunde über 140 Millionen US-Dollar für @_panthalassa bekannt, angeführt von Peter Thiel mit Beteiligung von John Dorr und vielen weiteren namhaften Investoren. Unsere Mission: den Ozean als weitere planetare Energiequelle für die Menschheit zu erschließen. Schritt eins: Berechnung. pic.twitter.com/uNO2hehyEf
— Garth Sheldon-Coulson (@garthsc) 4. Mai 2026
Die Finanzierungsrunde wurde von Milliardär Peter Thiel über seinen eigenen Fonds angeführt. Laut Financial Times beteiligten sich auch Gigascale Capital, Lowercarbon Capital, Unless sowie eine Reihe namhafter Tech-Investoren, darunter Marc Benioff, Max Levchin und John Dorr.
Laut Panthalassa-CEO Garth Sheldon-Coulson sollen die gesammelten Gelder für die Fertigstellung einer Pilotproduktionsanlage in den USA und die Vorbereitung des Einsatzes der ersten kommerziellen Ocean-3-Knoten im Pazifischen Ozean verwendet werden.
Rechenzentrum im Ozean
Panthalassa baut KI-Rechenknoten, jeder davon eine 85 Meter lange autonome Stahlplattform.
Die Plattformen sollen im offenen Meer eingesetzt werden. In der ersten Phase werden sie horizontal geschleppt. Anschließend werden sie in eine vertikale Position gebracht und können dank einer speziellen Rumpfform, die Wellenenergie nutzt, den Einsatzort ohne Antrieb erreichen.

Ocean-2-Knoten. Quelle: X.
Das Unternehmen gibt die genauen Koordinaten nicht bekannt: Es handelt sich um abgelegene Gebiete im Pazifischen Ozean außerhalb der Schifffahrtsrouten.
Die Elektrizität wird durch die Bewegung von Wasser durch eingebaute Turbinen erzeugt und versorgt die KI-Server an Bord. Die Berechnungsergebnisse werden über das Starlink-Satellitennetzwerk von SpaceX an die Kunden übertragen.
Durch die Platzierung im Meer wird das Kühlungsproblem gelöst: Meerwasser wird zur Wärmeabfuhr genutzt, was die Lebensdauer der Chips verlängert.
Vertreter des Startups geben an, bereits mehrere Prototypen – Ocean-1, Ocean-2 und Wavehopper – unter realen Bedingungen getestet zu haben. Die Markteinführung des ersten vollwertigen Ocean-3 ist für 2027 geplant.
Exotische Energiequellen für KI
Das Interesse der Investoren an Panthalassa ist auf den rapiden Mangel an Rechenleistung zurückzuführen. Vor dem Hintergrund des KI-Booms sucht der Markt bereits nach unkonventionellen Energiequellen für Rechenzentren – von der Wiederinbetriebnahme von Kernreaktoren bis hin zu Solarkraftwerken im Weltraum.
Peter Thiel bezeichnete die Idee des Startups als Eintritt in „ein neues ozeanisches Gebiet der Computertechnik“. Seiner Ansicht nach wird der Bedarf an Rechenleistung enorm sein, und die Suche nach neuen Energiequellen ist keine Fantasie mehr.
Der Leiter von Panthalassa merkte an, dass die Energie des offenen Ozeans neben Solar-, Wind- und Kernenergie zu einer der wenigen wirklich skalierbaren sauberen Energiequellen werden könnte, die in der Lage ist, mehrere zehn Terawatt Strom zu erzeugen.
Erinnern wir uns daran, dass das australische Start-up-Unternehmen Cortical Labs im März ein „Rechenzentrum“ auf Basis menschlicher Gehirnzellen vorgestellt hat.
