Snap will fast 1.000 Mitarbeiter durch KI ersetzen, um 500 Millionen Dollar einzusparen

Snap wird laut Bloomberg im Rahmen des Plans von CEO Evan Spiegel zur Kostensenkung und Rückkehr zur Profitabilität rund 1.000 Vollzeitbeschäftigte – etwa 16 % des weltweiten Teams – entlassen.

In einem Brief an die Mitarbeiter betonte der CEO des Unternehmens, dass eine Optimierung des Personaleinsatzes notwendig sei, um die Effizienz zu steigern. Er erwähnte die Fortschritte bei Technologien der künstlichen Intelligenz (KI), die es den Mitarbeitern ermöglichen, Aufgaben deutlich schneller zu erledigen.

„Um das langfristige Potenzial von Snap auszuschöpfen, sind zwar Veränderungen notwendig, aber wir glauben, dass Fortschritte im Bereich der KI es unseren Teams ermöglichen, Routinearbeiten zu reduzieren, die Geschwindigkeit zu erhöhen und unsere Community, Partner und Werbekunden besser zu unterstützen“, sagte der Unternehmer.

Zusätzlich zu den Entlassungen hat das Unternehmen die Einstellung für mehr als 300 offene Stellen abgesagt.

Laut Spiegel werden die eingeleiteten Maßnahmen die jährlichen Kosten bis zur zweiten Jahreshälfte um mehr als 500 Millionen US-Dollar senken. Der Gesamtumsatz des Unternehmens stieg im ersten Quartal um 12 % auf 1,53 Milliarden US-Dollar.

„Im vergangenen Herbst habe ich die Situation bei Snap als Wendepunkt beschrieben, der die Einführung eines neuen, schnelleren und effizienteren Arbeitsansatzes sowie eine Neuausrichtung auf profitables Wachstum erforderte“, schrieb der Manager in einem Memo.

Er fügte hinzu, dass das Management in den letzten Monaten die notwendigen Maßnahmen zur „Unterstützung der Gemeinschaft und der Partner“ sorgfältig analysiert und „schwierige Entscheidungen über die Priorisierung von Investitionen“ getroffen habe.

Die Aktien von Snap sind seit Jahresbeginn um 25 % gefallen, was zum Teil auf Probleme bei der Erweiterung der Nutzerbasis zurückzuführen ist. Verschärft wird die Situation durch den Druck von Regulierungsbehörden in verschiedenen Ländern, die die Nutzung sozialer Netzwerke durch Teenager einschränken wollen.

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Snap-Aktien. Quelle: Yahoo Finance.

Die Bemühungen des Unternehmens, sein Werbegeschäft neu zu organisieren, haben zu gemischten Ergebnissen geführt.

Während CEO Evan Spiegel das Konzept der Augmented-Reality-Brille vorantreibt, setzt das Unternehmen stark auf KI-Lösungen von Drittanbietern. Die Konkurrenz investiert derweil massiv in die Entwicklung eigener KI-Tools und der notwendigen Infrastruktur.

Die Personalreduzierungen erfolgten wenige Wochen, nachdem der Investor Irenic Capital Management eine Beteiligung an dem Unternehmen erworben und rasche Veränderungen zur Verbesserung der finanziellen Leistungsfähigkeit gefordert hatte.

Verkleinerung ist ein groß angelegter Trend

Auch andere große Technologieunternehmen haben massive Stellenstreichungen vorgenommen. So entließ beispielsweise die Meta Corporation im März weltweit Hunderte von Mitarbeitern und baute im Januar rund 1.000 Stellen in ihrer Sparte Reality Labs ab. Gleichzeitig erhöht das Unternehmen seine Investitionen in KI.

Im Februar kündigte Block-CEO Jack Dorsey die Entlassung von fast 4.000 Mitarbeitern an, da das Unternehmen zu einer „schlankeren, flacheren und KI-orientierten“ Struktur übergeht.

Laut Dorsey verändern künstliche Intelligenz und verwandte Werkzeuge die Arbeitsprinzipien grundlegend. Trotz finanzieller Stabilität und steigendem Bruttogewinn ist Block gezwungen, das Unternehmen für eine langfristige Entwicklung umzustrukturieren.

Oracle begann im April inmitten eines Kursverfalls und erheblicher Investitionen in die KI-Infrastruktur mit dem Abbau Tausender Stellen. Das Kerngeschäft des Unternehmens steht unter Druck durch die Konkurrenz generativer KI-Modelle. Investoren sind zudem besorgt über die wachsende Verschuldung und den sinkenden Cashflow.

Die IT-Konzerne im Silicon Valley sind von Empfehlungen zur Implementierung von KI zu Richtlinien übergegangen, die Mitarbeiter verpflichten, neuronale Netze in ihrer Arbeit zu nutzen.

Fast die Hälfte der Unternehmen verzeichnet bereits einen positiven Return on Investment (ROI) im Bereich der generativen KI, verglichen mit einem Durchschnitt von 35 % in anderen Branchen.

Manche Arbeitgeber berücksichtigen Bewerber ohne Kenntnisse im Bereich neuronaler Netze gar nicht mehr. Potenzielle Mitarbeiter werden auf ihre Fähigkeit geprüft, Probleme mithilfe von KI zu lösen, und müssen zudem ihre Auswahl an Tools und Lösungsansätzen erläutern.

Zur Erinnerung: Im Februar sagte Sam Altman, CEO von OpenAI, dass einige Unternehmen künstliche Intelligenz als Grund für Entlassungen anführen.

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