Bitcoin-Bullish-Sentiment-Index erreicht Sechsmonatshoch: Bärenmarktfalle?

Der Bitcoin-Bullish-Sentiment-Index hat inmitten eines Kursanstiegs auf 78.000 US-Dollar erstmals seit Oktober 2025 den neutralen Bereich erreicht. Analysten weisen jedoch auf Ähnlichkeiten zwischen der aktuellen Situation und der Dynamik des Bärenmarktes von 2022 hin.

Bull Score Index: Von bärisch zu neutral
Die Online-Analyseplattform CryptoQuant meldet, dass der Bitcoin Bull Score Index (BSI) ein Sechsmonatshoch erreicht hat. Der BSI aggregiert neun Kennzahlen zu Bitcoin-Kursbewegungen und liefert so ein umfassendes Bild des Marktzustands. Nachdem der Bärenmarkt an Dynamik gewonnen hatte, blieb der Indikator – genau wie zu Beginn des vorherigen Bärenmarktes vor vier Jahren – deutlich im negativen Bereich.

Der CryptoQuant-Analyst Julio Moreno berichtete in den sozialen Medien, dass der BSI im aktuellen Bärenmarkt erstmals die neutrale Marke von 50 Punkten erreicht hat. Dies ist an sich bemerkenswert, birgt aber eine gewisse Unsicherheit. Bereits im März 2022 hatte der Index für etwa eine Woche den neutralen Bereich erreicht, bevor der Kurs seinen Abwärtstrend fortsetzte. Die Geschichte lehrt uns daher: Kurzfristige Erholung bedeutet nicht zwangsläufig eine Trendwende.
Bei einem Kurs von rund 74.000 US-Dollar in der vergangenen Woche beschrieb der Analyst Arab Chain die Marktsituation als ein „Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage“. Er wertete aus, dass der BSI-Wert darauf hindeutet, dass der Markt noch weit von der Zone anhaltenden Optimismus entfernt ist – jener Zone, die oberhalb von 60 beginnt und historisch gesehen ausgeprägte Aufwärtstrends signalisiert. Gleichzeitig notiert der Markt weiterhin oberhalb der Zone tiefen Pessimismus, die typischerweise bei Werten unter 40 liegt. Mit anderen Worten: Bitcoin befindet sich in einer Übergangsphase und wartet auf neue Impulse, die seine zukünftige Entwicklung bestimmen könnten.
Die Angst lässt nach, verschwindet aber nicht.
Gleichzeitig hat sich die allgemeine Stimmung am Kryptomarkt verbessert. Der Crypto Fear & Greed Index, der die Anlegerstimmung anhand verschiedener Faktoren misst, erreichte am Mittwoch 32 von 100 Punkten – den höchsten Stand seit Mitte Januar 2026. Zum Vergleich: In der Vorwoche war der Index auf 23 Punkte gefallen, was im Bereich „extremer Angst“ liegt. Innerhalb von nur gut sieben Tagen hat sich der Index fast verdreifacht.
Ein Wert von 32 liegt jedoch noch im „Angstbereich“ und nicht im „neutralen“ Bereich, der bei 50 beginnt. Beide Indikatoren, der BSI und Fear & Greed, bewegen sich in dieselbe Richtung: von ausgeprägter Negativität hin zum Gleichgewicht. Die Nachhaltigkeit dieser Bewegung wird sich am Ende des Monatscharts im April zeigen, wenn Bitcoin versucht, aus seiner mehrmonatigen Seitwärtsbewegung auszubrechen.
Meinung der KI
Aus Sicht der maschinellen Datenanalyse ist der Übergang des BSI in den neutralen Bereich nicht an sich bemerkenswert, sondern im Zusammenhang mit dem strukturellen Unterschied zwischen dem aktuellen Zyklus und dem Zyklus von 2022. Der Bärenmarkt vor vier Jahren fand ohne Bitcoin-ETFs statt – institutionelle und private Anleger agierten über Börsen und Selbstverwahrung. Heute bilden ETFs einen separaten Angebots- und Nachfragekanal, der bei der vorherigen Kalibrierung aller klassischen Indikatoren, einschließlich des BSI, nicht vorhanden war.
