
- Die Bitcoin-Entwickler haben den Zugang zum BIP-361-Vorschlag geöffnet.
- Sie können einen Teil der Coins dauerhaft einfrieren, insbesondere die 74 Milliarden Dollar von Satoshi Nakamoto.
- Es geht um die mögliche Einfrierung von Vermögenswerten, die durch Quantenangriffe gefährdet sind.
Angesichts der Entwicklung von Quantencomputern intensiviert die Kryptoindustrie ihre Debatte über die zukünftige Sicherheit von Bitcoin. Eine Entwicklergruppe um Jameson Lopp hat den Vorschlag BIP-361 veröffentlicht, der ein schrittweises Einfrieren derjenigen Coins fordert, die weiterhin anfällig für Quantenangriffe sind – darunter auch Satoshi Nakamotos potenzielles Vermögen von 74 Milliarden US-Dollar.
Die Initiative ist Teil einer umfassenderen Strategie zum Übergang zur Post-Quanten-Kryptographie und hat bereits eine starke Reaktion sowohl bei Investoren als auch bei Mitgliedern der Krypto-Community ausgelöst.
Zur Erinnerung: Lopp hatte bereits 2025 vorgeschlagen, Coins einzufrieren, die an veraltete Kryptographie gebunden sind, und erklärt, dass der Übergang neun Jahre ab dem Datum der Annahme des Vorschlags dauern würde.
Was BIP-361 vorschlägt und warum es wichtig ist
BIP-361 mit dem Titel „Post Quantum Migration and Legacy Signature Sunset“ beschreibt einen dreiphasigen Übergang zu neuen Sicherheitsstandards:
- Phase A: Verbot des Sendens von Bitcoin an quantenanfällige Adressen;
- Phase B: Ungültigerklärung der ECDSA/Schnorr-Signaturen und tatsächliches Einfrieren alter Münzen;
- Phase C: Fähigkeit zur Wiederherstellung des Zugriffs mittels Zero-Knowledge-Beweisen und Seed-Phrasen.
Das Dokument betont, dass dies einen wirtschaftlichen Anreiz zum Aufwerten schafft, da „verlorene oder eingefrorene Münzen den Wert anderer nur geringfügig erhöhen“.
Die Autoren betonen, dass die Initiative defensiver Natur ist:
„Dies ist kein Angriff, sondern ein Verteidigungsschlag: Unsere These ist, dass das Bitcoin-Ökosystem versucht, sich und seine Interessen vor denen zu schützen, die nichts unternehmen.“
Quantenbedrohung: Von der Theorie zum realen Szenario
Der Grund für solch radikale Vorschläge liegt in der rasanten Entwicklung der Quantentechnologien:
- Bei mehr als 34 % des Handelsvolumens der ersten Kryptowährung sind bereits die öffentlichen Schlüssel offengelegt, was sie zu einem potenziellen Ziel macht;
- Gefährdet: bis zu 1,7 Millionen BTC, einschließlich früher Adressen;
- Es wird geschätzt, dass Quantencomputer bereits 2027–2030 die kritische Leistungsfähigkeit erreichen könnten.
BIP-361 weist darauf hin, dass der Angriff unbemerkt erfolgen könnte und dass Quantenangreifer „Schlüssel stehlen und monatelang unentdeckt bleiben“ könnten, was die Erkennung erschwert.
Der Markt ist gespalten zwischen Sicherheit und Prinzipien.
Trotz der Sicherheitsargumente hat der Vorschlag eine Welle der Kritik hervorgerufen.
Einige Mitglieder der Gemeinschaft haben es als „zu autoritär und konfiskatorisch“ bezeichnet, da es Eigentümern, die keine Modernisierung vornehmen, den Zugang zu den Geldern verweigern könnte.
Dieser Quantenvorschlag ist höchst autoritär und enteignend, aber natürlich stammt er von Lopp. 🚩 🚩
Es gibt keinen triftigen Grund, das Upgrade zu erzwingen und alte Ausgaben ungültig zu machen. Das Upgrade sollte zu 100 % freiwillig sein. pic.twitter.com/tQvJVgdPRY
— Cato The Elder (@CatoTheElder17) 14. April 2026
Unter den harschen Reaktionen war die Bezeichnung des Vorschlags als „lächerlich“, und es gab auch eine ironische Einschätzung:
„Wir müssen den Leuten ihr Geld stehlen, um zu verhindern, dass es gestohlen wird.“
Gleichzeitig betonen einige Experten, dass die Risiken kurzfristig nicht kritisch seien. Zum Beispiel:
- CoinShares ist der Ansicht, dass nur begrenzte Mengen der ersten Kryptowährung tatsächlich gefährdet sind;
- Galaxy Digital bezeichnet die Bedrohung als „realisiert“, aber langfristig;
- Michael Saylor sagte, die Quantenrisiken würden „deutlich überschätzt“.
Gleichzeitig bewegt sich der Markt aktiv in Richtung neuer Sicherheitsstandards. BIP-360 bietet bereits einen neuen Adresstyp (P2MR) mit Schutz vor Quantenangriffen an, und BTQ Technologies hat diese Lösung in einem Testnetz implementiert.
Darüber hinaus entstehen neue Ansätze, insbesondere Quantum Safe Bitcoin und Mechanismen zum Eigentumsnachweis ohne Offenlegung der Schlüssel:
Jameson Lopp selbst räumte ein, dass das Dokument noch lange nicht umgesetzt sei und dass es „nur einen groben Entwurf darstellt, wie man das Problem angehen kann“.
