Dynamik des Kursverfalls: Warum Analysten den Anstieg des Bitcoins auf 79.500 US-Dollar für nicht überzeugend halten

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Der Bitcoin-Kurs stieg innerhalb von 72 Stunden um 5.000 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit Februar. Die Marktkapitalisierung erhöhte sich auf 1,58 Billionen US-Dollar, und der starke Kursanstieg löste einen Short Squeeze aus, bei dem Short-Positionen im Wert von 207 Millionen US-Dollar liquidiert wurden.

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Am 22. April schnellte der Bitcoin-Kurs auf 79.500 US-Dollar hoch und erreichte damit ein 72-Stunden-Hoch, nachdem Präsident Trump den Waffenstillstand mit dem Iran verlängert hatte.
  • Durch einen massiven Short Squeeze wurden Short-Positionen im Wert von 207 Millionen Dollar liquidiert, wodurch die Marktkapitalisierung von Bitcoin auf 1,58 Billionen Dollar stieg.
  • Die Analysten von QCP gehen davon aus, dass der $BTC- Preis so lange seitwärts tendieren wird, bis die Ölpreise fallen oder die US-Notenbank klarere Signale sendet.

207 Millionen Dollar an Short-Positionen liquidiert

Bitcoins aggressive Rallye hat sich in den letzten 72 Stunden verstärkt und um 5.000 US-Dollar zugelegt. Am 22. April (11:15 Uhr EST) erreichte der Kurs ein Tageshoch von 79.500 US-Dollar. Dieser Anstieg markierte das erste Mal seit Anfang Februar, dass Bitcoin diese Niveaus testete. Die Kursentwicklung verdeutlicht die erhöhte Sensibilität des Marktes gegenüber Ereignissen im Nahen Osten. Insbesondere hat sich Bitcoin zu einem Indikator für geopolitische Risiken entwickelt und stieg stark an, nachdem Präsident Donald Trump in letzter Minute eine Waffenruhe mit dem Iran verlängert und damit eine sofortige Wiederaufnahme großangelegter Kampfhandlungen verhindert hatte.

Obwohl der Kurs kurz nach Erreichen des Tageshochs auf knapp unter 79.000 US-Dollar zurückfiel, zeigen Marktdaten, dass Bitcoin immer noch fast 4 % höher notierte als am Dienstag zur gleichen Zeit und im Sieben-Tage-Vergleich um 6,6 %. Dieser Anstieg trieb die Marktkapitalisierung auf rund 1,58 Billionen US-Dollar – ein deutlicher Zuwachs gegenüber den 1,36 Billionen US-Dollar vom 1. April. Der Bitcoin-Kursanstieg führte innerhalb von 24 Stunden zur Liquidation von Short-Positionen im Wert von 207 Millionen US-Dollar, verglichen mit Long-Positionen im Wert von 28 Millionen US-Dollar.

Wie bereits in einem früheren Bericht von Bitcoin.com News erwähnt, stand dieser Anstieg im Zusammenhang mit der Verlängerung der Waffenruhe zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten, die Präsident Donald Trump am Dienstagabend verkündete. Zuvor hatte der Iran die Teilnahme an den Friedensgesprächen in Islamabad, Pakistan, abgelehnt. Während Trump andeutete, die Verschiebung würde der iranischen Führung mehr Zeit verschaffen, nannten zahlreiche Medien interne Machtkämpfe zwischen Regierungsbeamten und den Islamischen Revolutionsgarden, die offenbar die Entscheidungen treffen, als wahren Grund für die Nichtentsendung einer iranischen Delegation.

Am selben Tag berichteten Medien von Angriffen auf drei Handelsschiffe in der Straße von Hormus; die Islamischen Revolutionsgarden gaben später die Beschlagnahmung zweier Schiffe bekannt. Obwohl diese Angriffe und Beschlagnahmungen eine deutliche Eskalation des Konflikts nach der Inspektion eines iranischen Schiffes durch die US-Marine am Wochenende darstellten, blieben die Märkte, insbesondere die US-Aktienindizes, unbeeindruckt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels lag der Nasdaq 1,38 % im Plus, der S&P 500 stieg um 1,25 %. Auch der Dow Jones Industrial Average verzeichnete Kursgewinne von über 300 Punkten.

Analystenprognose: Eine Erholungsrallye oder ein erneutes Vertrauen?

Obwohl Bitcoin seit Monatsbeginn zweistellige Kursgewinne verzeichnete, gehen die Analysten von QCP davon aus, dass die Kursentwicklung eher eine Entspannung der Stimmung als ein wiedererwachtes Vertrauen widerspiegelt. In ihrem jüngsten Bulletin stellten die Analysten fest, dass die Märkte nach der Verlängerung des Waffenstillstands ihre Einschätzung der kurzfristigen Eskalationsrisiken herabgestuft haben, während die Aussage von Kevin Warsh die datenbasierte Haltung der Fed bekräftigte, ohne jedoch eine Lockerung der Geldpolitik anzudeuten. Sie merkten an, dass sich die Risikostimmung zwar stabilisiert habe, die makroökonomische Unsicherheit jedoch weiterhin bestehe.

Der Bericht weist zudem darauf hin, dass Ölpreise von fast 100 US-Dollar pro Barrel auf anhaltende Angebotsengpässe hindeuten, die die hohe Inflation anheizen. Diese Situation führt zu einer Zwickmühle zwischen hohem Preisdruck und sich verschlechternden Nachfrageaussichten, was politische Entscheidungen erschwert.

„Was Kryptowährungen betrifft, so wird die Erholung des Bitcoin-Kurses eher durch ein geringeres Risiko extremer Ereignisse als durch verbesserte Fundamentaldaten getrieben. Das offene Interesse hat sich erholt, während die Finanzierung weiterhin negativ ist, was eher auf das Entstehen neuer Short-Positionen als auf eine Kapitulation hindeutet. Dies stützt die Dynamik des Short Squeeze, doch das Vertrauen bleibt schwach“, erklärten die Analysten.
Analysten sind der Ansicht, dass der weitere Weg weiterhin von Ölpreisen und der Politik abhängt; niedrigere Ölpreise oder klarere Signale der US-Notenbank würden das Risiko erhöhen. „Andernfalls werden die Märkte wahrscheinlich in einer Warteschleife verharren und Unsicherheit statt einer Lösung einpreisen“, warnten sie.

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