Händler treiben den Bitcoin-Kurs in Richtung des Widerstandsniveaus von 79.000 US-Dollar und liquidieren dabei bärische Positionen im Wert von 120 Millionen US-Dollar.

Nach einem Anstieg um 13 % im April sprang der Bitcoin-Kurs am ersten Mai um mehr als 2.000 US-Dollar und erreichte ein Tageshoch von 78.924 US-Dollar, bevor er sich schließlich unter 78.300 US-Dollar einpendelte.
Wichtigste Erkenntnisse:
- Am 1. Mai stieg der Bitcoin-Kurs um mehr als 2.000 US-Dollar und testete nach einem Anstieg von 13 % im April die Widerstandsmarke von 79.000 US-Dollar.
- Der rasante Anstieg des Bitcoin-Kurses führte zur Liquidierung von Short-Positionen im Wert von 120 Millionen Dollar, wodurch die Marktkapitalisierung auf 1,57 Billionen Dollar anstieg.
- Analysten warnen davor, dass Änderungen der Geldpolitik der US-Notenbank zu Volatilität bei hochwertigen Vermögenswerten führen könnten.
Geopolitische Spannungen
Nach einem Plus von über 13 % zum Monatsende startete Bitcoin stark in den neuen Monat und stieg zwischenzeitlich um über 2.000 US-Dollar, um den Widerstand bei 79.000 US-Dollar zu testen. Laut Tageschart notierte Bitcoin am Donnerstag knapp unter 76.500 US-Dollar und erreichte wenige Minuten vor Mitternacht 77.340 US-Dollar.
Am frühen Freitagmorgen schwankte der Kurs der führenden Kryptowährung zwischen 77.000 und 77.500 US-Dollar. In einer zweiten Rallye erreichte er gegen 9 Uhr ET ein Tageshoch von 78.924 US-Dollar, bevor er einen Teil der Gewinne wieder abgab. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels (12:30 Uhr) notierte Bitcoin bei rund 78.300 US-Dollar, ein Plus von 2,6 % gegenüber dem Stand von vor 24 Stunden.
Der rasante Kursanstieg von Bitcoin am 1. Mai ließ die Marktkapitalisierung von 1,52 Billionen US-Dollar am Mittwoch auf fast 1,57 Billionen US-Dollar steigen. Der Kursanstieg am Freitag führte zur Liquidation von Short-Positionen im Wert von 120 Millionen US-Dollar – mehr als die Hälfte der insgesamt 217 Millionen US-Dollar an Short-Positionen, die innerhalb von 24 Stunden im Kryptowährungssektor liquidiert wurden.
Ähnlich wie bei US-Aktien wurde die Erholung offenbar durch Berichte befeuert, wonach der Iran über pakistanische Vermittler einen neuen Vorschlag an Washington übermittelt hatte. Präsident Donald Trump wies diesen Vorschlag jedoch vor Journalisten im Weißen Haus zurück und erklärte, die iranische Führung habe zwar Bereitschaft zu einer Verhandlungslösung signalisiert, interne Streitigkeiten machten eine Einigung aber unmöglich.
Während die Nachricht von einem möglichen diplomatischen Durchbruch den Preis für Brent-Rohöl unter 110 US-Dollar pro Barrel fallen ließ, warnen Kommentatoren, dass dieser Rückgang nur vorübergehend sei, solange die Straße von Hormus geschlossen bleibt. Dies deutet darauf hin, dass die Benzinpreise voraussichtlich hoch bleiben werden – ein Szenario, das Trump und die Republikanische Partei bei den anstehenden Zwischenwahlen auf die Probe stellen dürfte.
Unterdessen wächst an den Märkten die Erkenntnis, dass die Risiken im Nahen Osten wohl nicht so schnell verschwinden werden. Obwohl US-Beamte behaupten, die Kampfhandlungen seien eingestellt, hat Trump angedeutet, dass die Waffenruhe jederzeit beendet werden könnte. Angesichts der Warnungen Israels vor erneuten Angriffen auf den Iran und der ungelösten Frage des militärischen Drucks in der Straße von Hormus erscheint die aktuelle Waffenruhe eher wie eine vorübergehende Atempause als eine langfristige Lösung.
Während Bitcoin weiterhin von der verbleibenden Risikobereitschaft und institutionellen Kapitalzuflüssen zu profitieren scheint, warnt ein Analyst von Bitunix, dass die Volatilität hoch bewerteter Vermögenswerte deutlich zunehmen könnte, falls die globalen Märkte von einer sanften Landung in eine Stagflation übergehen. Der Analyst fügte hinzu, dass Liquiditätserwartungen erneut den größten Druck auf risikoreiche Anlagen ausüben könnten, wenn die Märkte zu dem Schluss kommen, dass die US-Notenbank (Fed) an geldpolitischer Flexibilität und Zielstrebigkeit verliert.
