
Goldman Sachs, eine der führenden Investmentbanken der Wall Street, hat ihr Portfolio im Bereich der Kryptowährungsmärkte um einen weiteren strategischen Schritt erweitert.
Das Unternehmen kündigte Pläne zur Entwicklung eines neuen Bitcoin-basierten ETF-Produkts an und reichte entsprechende Unterlagen bei der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) ein. Goldman Sachs reiht sich damit in den Wettlauf um die Etablierung von Kryptowährungen im Mainstream ein, angeführt von Morgan Stanley, BlackRock und anderen großen Finanzinstituten.
Das Produkt von Goldman Sachs unterscheidet sich in seiner Struktur von klassischen Bitcoin-ETFs. Basierend auf einer „Premium-Income“-Strategie bietet dieser ETF indirekte Investitionen in Bitcoin und zielt gleichzeitig darauf ab, monatliche Erträge durch Optionshandel zu generieren. Gemäß diesem Modell erzielt der Fonds eine Prämie durch den Verkauf von Optionen auf Bitcoin-gedeckte Vermögenswerte; im Gegenzug verzichtet er jedoch auf potenzielle Gewinne in Phasen starken Kursanstiegs.
Die von der Vermögensverwaltungseinheit der in New York ansässigen Bank eingereichte Anmeldung trägt den Namen „Goldman Sachs Bitcoin Premium Income ETF“ und gilt als einer der ersten großen direkten Vorstöße des Unternehmens in den Kryptowährungs-Investitionsmarkt.
Diese Struktur überträgt im Wesentlichen ein bekanntes Modell von Aktienmärkten auf Kryptowährungen. Optionsbasierte ETFs haben insbesondere nach der Pandemie große Aufmerksamkeit erregt und ein Gesamtvolumen von über 180 Milliarden US-Dollar erreicht. Eines der prominentesten Beispiele ist der JPMorgan Equity Premium Income ETF (JEPI), der nach seiner Auflegung im Jahr 2020 ein Vermögen von 45 Milliarden US-Dollar erreichte und damit den Weg für ähnliche Produkte ebnete.
Auch im Kryptosektor ist eine wachsende Zahl ähnlicher Produkte zu beobachten. Nach BlackRocks ähnlicher Entscheidung im Januar haben Unternehmen wie Roundhill Financial begonnen, Produkte in diesem Segment anzubieten. Der Schritt von Goldman Sachs zeigt, dass dieser Trend an Dynamik gewinnt.
Experten gehen davon aus, dass diese ETFs der neuen Generation speziell auf Anleger abzielen, die Volatilität scheuen. Nate Geraci, Präsident von NovaDius Wealth Management, beschreibt diese Strategie als „eine Möglichkeit, schrittweise in Bitcoin zu investieren“ und fügt hinzu, dass man sich das Produkt als „Bitcoin auf drei Rädern“ vorstellen könne.
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Eine weitere bemerkenswerte Entwicklung ist der veränderte Umgang der Wall Street mit Bitcoin. Lange Zeit als „renditeloses Anlagegut“ kritisiert, entwickeln traditionelle Finanzinstitute nun künstliche Mechanismen, um mit Bitcoin Erträge zu generieren. Die Ankündigung von Goldman-Sachs-Chef David Solomon im Februar, dass er selbst Bitcoin besitzt, gilt als wichtiges Indiz für diesen Wandel.
Das Funktionsprinzip des ETFs besteht darin, Prämieneinnahmen durch den Verkauf von Optionen auf Bitcoin-basierte börsengehandelte Produkte zu generieren. Dies soll Anlegern stabilere Renditen bieten und das Risiko in Zeiten hoher Volatilität teilweise ausgleichen. Experten warnen jedoch, dass diese Strategie starke Kursrückgänge möglicherweise nicht vollständig kompensieren kann.
Der Kursverfall von Bitcoin um rund 40 % seit seinem Höchststand im Oktober hat die Risikowahrnehmung der Anleger verstärkt. Daher wird argumentiert, dass Strategien zur Generierung von Prämieneinnahmen in volatilen Märkten eher eine stabilisierende als eine defensive Rolle spielen werden.
Marktexperten gehen davon aus, dass der Schritt von Goldman Sachs die Position digitaler Vermögenswerte im institutionellen Anlagebereich weiter stärken könnte. Jane Edmondson von TMX VettaFi merkte an: „Der Eintritt eines Unternehmens wie Goldman Sachs in diesen Markt erhöht das Vertrauen institutioneller Anleger in digitale Vermögenswerte.“
*Dies ist keine Anlageberatung.
