
Das US-Justizministerium hat ein Entschädigungsprogramm für die Opfer von OneCoin, einem der größten Krypto-Pyramidensysteme, aufgelegt, das Schäden in Höhe von über vier Milliarden US-Dollar verursacht hat. Mehr als 40 Millionen US-Dollar aus beschlagnahmten Vermögenswerten sollen für die Auszahlungen verwendet werden.
Laut einer offiziellen Mitteilung hat die Behörde mit der Verteilung der im Rahmen der Strafverfolgung der Organisatoren des Betrugssystems beschlagnahmten Gelder begonnen. Das US-Justizministerium hat Einzelheiten zum Entschädigungsprogramm, einschließlich der Anspruchsvoraussetzungen und des Antragsverfahrens, veröffentlicht.
Entschädigung wird an natürliche und juristische Personen gewährt, die ihre Investition in OneCoin nachweisen können. Antragsteller mit den größten Verlusten werden bevorzugt behandelt.
Anträge werden über ein spezielles Online-Portal entgegengenommen. Teilnehmer müssen Finanzdokumente vorlegen, die den Geldtransfer bestätigen, und ihren Antrag innerhalb der angegebenen Frist einreichen. Nach Prüfung der Angaben legt die Agentur die Höhe der Auszahlung fest.
Das OneCoin-Projekt wurde als Kryptowährung vermarktet, war aber in Wirklichkeit ein Schneeballsystem. Anlegern wurden hohe Renditen und der Zugang zu einem „innovativen“ Vermögenswert versprochen, der in Wirklichkeit gar nicht existierte. Die Ermittler schätzen den Gesamtschaden auf über vier Milliarden US-Dollar. Die Aktivitäten des Projekts erstreckten sich über Europa, Asien und den Nahen Osten.
Eine der Schlüsselfiguren des Komplotts war Ruja Ignatova, bekannt als die „Krypto-Königin“. Sie tauchte 2017 unter und ist weiterhin auf der Flucht.
Die US-Behörden haben Vermögenswerte im Zusammenhang mit OneCoin beschlagnahmt, darunter Bankkonten und Immobilien. Mit diesen Geldern werden die Opfer teilweise entschädigt.
Zuvor hatte das Gericht des südlichen Bezirks von New York den Anwalt Mark Scott, der an der Geldwäsche von Geldern der OneCoin-Organisatoren beteiligt war, zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt.
