Die russische Zentralbank hat versprochen, den Russen keinen digitalen Rubel aufzuzwingen.

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Die russische Zentralbank plant, eine nationale digitale Währung schrittweise und ohne administrativen Druck auf die Bürger einzuführen, berichtet die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf Zentralbankgouverneurin Elvira Nabiullina.

Laut ihren Angaben beabsichtigt die Behörde, das Instrument benutzerfreundlich und freiwillig auswählbar zu gestalten. Die breite Anwendung des Instruments soll im Herbst dieses Jahres beginnen.

Komfort versus Kontrolle

Nabiullina betonte, dass die Aufsichtsbehörde den Wunsch eines Teils der Bevölkerung verstehe, im Rahmen der traditionellen bargeldlosen Zahlungsmethoden zu bleiben, und wies die Idee, dass eine neue Währung allein zur totalen Überwachung erforderlich sei, als Mythos zurück.

„Im Hinblick auf Zahlungstransparenz und den Schutz des Bankgeheimnisses unterscheidet sich der digitale Rubel nicht von bargeldlosen Zahlungen“, betonte sie.

Der Hauptunterschied liegt jedoch in der Verwaltung öffentlicher Gelder. Die Einführung des digitalen Rubels ermöglicht die automatisierte Überwachung der Haushaltsausgabenziele.

Derzeit werden diese Prüfungen häufig manuell durchgeführt. Die neue Technologie soll diesen Papierkram durch Softwarealgorithmen ersetzen.

Startplan

Das Projekt verläuft planmäßig. Die Betriebstests begannen im August 2023. Das System wird seit dem 1. Oktober 2025 für die Auszahlung von Sozialleistungen eingesetzt.

Der vollständige Massenstart ist für den 1. September 2026 geplant, die Funktionen der Plattform werden aber bereits im Herbst dieses Jahres einem breiteren Nutzerkreis zur Verfügung stehen.

Die Diskussionen über einen digitalen Rubel finden vor dem Hintergrund der Verabschiedung des 20. Sanktionspakets der EU statt, das sich unmittelbar auf die digitale Entwicklung Russlands auswirkt.

Ein kirgisisches Unternehmen, das eine Kryptobörse betreibt, wurde mit Beschränkungen belegt. EU-Regulierungsbehörden haben hohe Handelsvolumina des staatlich gestützten Stablecoins A7A5 registriert.

Ab dem 24. Mai 2026 wird Brüssel zudem ein vollständiges Verbot aller Transaktionen mit dem digitalen Rubel und dem tokenisierten Rubel RUBx einführen.

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