Kalshi sammelt 1 Milliarde Dollar ein und steigert die Plattformbewertung auf 22 Milliarden Dollar.

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Die Bewertung von Kalshi hat sich nach Abschluss der Serie-F-Finanzierungsrunde über 1 Milliarde US-Dollar auf 22 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Die neue Bewertung ist doppelt so hoch wie der Wert vor fünf Monaten.

Die Finanzierungsrunde wurde von Coatue Management angeführt, mit Beteiligung von Andreessen Horowitz, Sequoia Capital, Morgan Stanley und Ark Invest. Die Beteiligung dieser Investoren ist nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch ein Beweis dafür, dass die Wall Street und das Silicon Valley ernsthaft in regulierte Prognosemärkte investieren.

Ein Sprecher von Kalshi teilte Bloomberg mit, dass der Jahresumsatz bisher bereits 1,5 Milliarden US-Dollar überschritten hat. Kalshi und Polymarket trugen zusammen den Großteil der über 25 Milliarden US-Dollar bei, die im vergangenen Monat über Prognosemärkte umgesetzt wurden.

Im Gegensatz zur Polymarket-Plattform, die auf einer dezentralen Blockchain-Infrastruktur basiert, ist Kalshi eine zentralisierte und staatlich regulierte Plattform. Nutzer können auf den Ausgang realer Ereignisse wetten, darunter Wahlen, Wirtschaftsdaten und Sportereignisse. Dies macht die Plattform für institutionelle Anleger attraktiv, die Absicherungsinstrumente anstelle von reinen Wetten suchen.

Das Interesse großer Kapitalgeber an diesem Sektor wird auch durch Analysen gestützt: Eine aktuelle Studie von Bernstein Research stellte fest, dass Prognosemärkte in eine “institutionelle Ära” eintreten – mit einer Nachfrage nach großen Geschäften und Verträgen, die auf spezifischen makro- und geopolitischen Risiken basieren.

Ambitionen und rechtliche Herausforderungen

Kalshi beschränkt sich nicht auf traditionelle Finanzmärkte. Das Unternehmen ernannte John Wang zum Leiter des Kryptowährungsbereichs, und dieser erklärte gegenüber Forbes, dass die Plattform darauf abziele, „in jeder wichtigen Krypto-App“ vertreten zu sein.

Mit diesem Wachstum nimmt jedoch auch der regulatorische Druck zu. Kalshi ist in mindestens 19 Bundesverfahren verwickelt: Behörden in mehreren Bundesstaaten – Massachusetts, New Jersey, Arizona, Nevada, Illinois und Connecticut – stellen die Rechtmäßigkeit der Plattform in Frage und stufen einige ihrer Verträge als nicht lizenzierte Glücksspielaktivitäten ein.

Auch in Washington wächst der Druck: Die Demokraten fordern angesichts von Bedenken hinsichtlich „verdächtiger Geschäfte“ im Zusammenhang mit geopolitischen Ereignissen eine stärkere Kontrolle der Prognosemärkte. Daraufhin hat Kalshi Stephanie Cutter, eine ehemalige Mitarbeiterin der Obama-Regierung, als politische Beraterin eingestellt. Dieser Schritt wird als Versuch gewertet, die Beziehungen nach Washington zu stärken.

Meinung der KI

Eine historische Analyse von Risikokapitalzyklen offenbart ein interessantes Muster: Ein sprunghafter Anstieg der Unternehmensbewertung unmittelbar nach regulatorischen Konflikten ist charakteristisch für Plattformen, die darauf setzen, die Aufsicht durch institutionellen Einfluss zu umgehen. Genau so verliefen die frühen Wachstumsphasen der Kryptobörse Coinbase und des Zahlungssystems Robinhood: Kapital floss in einem Moment maximaler rechtlicher Unsicherheit, nicht erst nach deren Beilegung. Kalshi befindet sich derzeit in einer ähnlichen Lage – 19 Bundesklagen stehen einer Unternehmensbewertung von 22 Milliarden US-Dollar gegenüber.

Die entscheidende, noch unbeantwortete Frage lautet: Die Verdopplung des Unternehmenswertes erfolgte, während der Rechtsstatus des Kernprodukts in sechs Bundesstaaten umstritten ist. Kann institutionelle Unterstützung Rechtssicherheit ersetzen oder verzögert sie lediglich den Zeitpunkt, an dem der Markt diese Frage beantworten muss?

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