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Bitcoin-Kurs bei 10.000 USD, glaubt Guggenheim – das sagen die Daten

Da ist er wieder, der institutionelle FUD. Und wieder ist es der Guggenheim CIO Scott Minerd, der sich in den Bärenpelz hüllt. Dabei befinden sich die außerbörslichen Bitcoin-Transfers auf Rekord-Niveau. Wie passt das zusammen?

Scott Minerd kann sich nicht so recht entscheiden: Der Chief Investment Offiver (CIO) des Vermögensverwalters Guggenheim hat abermals eine “Prognose” zum Bitcoin-Kurs abgegeben – und klingt dabei immer bearisher. Gegenüber dem US-Fernsehsender CNBC hat Minerd am vergangenen Freitag den Bitcoin-Bären gemimt. Er sieht den Markt im Prozess einer massiven Korrektur, die den Bitcoin-Kurs noch einmal mehr als halbieren könnte.


Wenn wir uns die Geschichte von Krypto ansehen und wir sehen, wo wir sind, [glaube ich wirklich,] dass dies wahrscheinlich ein Crash ist. Und Sie wissen, dass ein Absturz bedeuten würde, dass wir um 70-80 % fallen, was [einen Bitcoin-Kurs] zwischen 10 und 15 Tausend bedeuten würde,

so Minerd gegenüber CNBC. Folgerichtig empfiehlt der Vermögensverwalter daher, auf einen fallenden Bitcoin-Kurs zu spekulieren.

Sagen wir es so, ich würde es nicht eilig haben, Bitcoin zu kaufen und ich sehe keinen Grund, es jetzt zu besitzen. Wenn Sie ein Spekulant sein wollen, spekulieren Sie, dass es nach unten geht,

so Minerds Investment-Empfehlung.

Ein Schelm, wer denkt, dass der institutionelle Investor mit seiner Schwarz- beziehungsweise Rotmalerei einen günstigeren Einstiegskurs in Bitcoin-Kurs heraufbeschwören möchte. Dafür spricht indes einerseits, dass der Guggenheim CIO erst Mitte Juni die These vom “wahren Bitcoin-Boden” bei 15.000 USD aufgestellt hat, seinen bullishen Langzeitausblick einen Bitcoin-Kurs von bis zu 600.000 USD jedoch nicht ad acta legen wollte.

Darüber hinaus hat Guggenheim Anfang Juni einen neuen Fonds bei der US-Börsenaufsicht SEC angemeldet. In dem Antrag ist explizit von möglichen Investitionen in Bitcoin und Co. die Rede.

Der Fonds kann ein Anlageengagement in Kryptowährungen (insbesondere Bitcoin), die oft als “virtuelle Währung” oder “digitale Währung” bezeichnet werden, […] anstreben

Freilich gehören auch Derivate zum angedachten Krypto-Engagement des geplanten Guggenheim-Fonds. Sprich: Nicht nur direkte Investitionen, sondern auch Wetten auf fallende Kurse mittels Futures und anderen Investitionsvehikeln will man sich offenhalten.


Vor diesem Hintergrund sind Minerds Aussagen mit Vorsicht zu genießen. Vor allem die Aussage, dass der Guggenheim CIO derzeit “keinen Grund” sehe, Bitcoin zu kaufen, beißt sich mit sechsstelligen Kurszenario, das er bereits im Dezember 2020 kolportiert hat.

Kommt der Bitcoin-Crash? Das sagen die Daten

Die nackten Zahlen stützen Minerds These von einem weiteren Crash nur bedingt. Seine Argumentation scheint einzig darauf zu beruhen, dass der Bitcoin-Kurs in der Vergangenheit stärker gecrasht ist als bei seinem letzten Sturz vom All-Time-High bei rund 64.000 USD. Verglichen damit hat BTC beim aktuellen Kurs von 34.000 rund 50 Prozent eingebüßt. Sollte sich die Vergangenheit wiederholen, wäre folglich noch Luft nach unten. Für einen erhöhten Verkaufsdruck von Seite sprechen indessen auch einige der von Cryptoquant erhobenen On-chain-Daten.

So bewegt sich etwa die Anzahl an BTC, die auf Wallets von Krypto-Derivate-Börsen liegen, mit über 1,3 Millionen BTC nach wie vor auf einem hohen Niveau. Tendenziell bedeutet ein Anstieg dieser Metrik, dass mehr BTC für den Verkauf, den Kauf von Altcoins und das Margin-Trading bereitgehalten werden.

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Bitcoin-Reserve von Derivate-Börsen (links BTC, rechts Bitcoin-Kurs). Quelle: Cryptoquant.

Auch was die “Wal-Transaktionen” auf Bitcoin-Börsen angeht, sieht es auf den ersten Blick nach einer Verkaufsstimmung bei institutionellen Investor:innen aus. Beispielsweise verbucht die relative Größe der 10 größten Bitcoin-Transaktionen in Bezug zum Gesamtzufluss auf Exchange Wallets am heutigen 11. Juli einen starken Ausschlag nach Norden. Wie sich aus dem Chart von Cryptoquant entnehmen lässt, haben derartige Spitzen in dieser Metrik, der sogenannten “Whale Ratio”, in den letzten Monaten häufiger eine Korrektur nach sich gezogen.

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Exchange Whale Ratio, berechnet von Cryptoquant

Verkaufsdruck bei gleichzeitiger Akkumulation?

Nun haben der Krypto-Space und das traditionelle Anlagengeschäft eines gemeinsam: Die ganz großen Deals werden häufig abseits der Orderbücher, also außerbörslich, getätigt. Und hier lässt eine Metrik von Cryptoquant aufhorchen. Die “Fund Flow Ratio” beschreibt das Verhältnis aus Bitcoin-Transaktionen, die mit Exchange Wallets in Verbindung stehen, mit der Gesamtzahl an BTC-Transfers, die im selben Zeitraum auf der Blockchain registriert wurden. Ein niedriger Wert bedeutet eine hohe Aktivität im außerbörslichen (over the counter, OTC) Handel. Von dieser Front gibt es durchaus bullishe Nachrichten. Die Fund Flow Ratio befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Datenerhebung vor rund einem Jahr.

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Fund Flow Ratio auf All-Time-Low. Quelle: Cryptoquant

Nichts hält die “Institutionellen” davon ab, Bitcoin gleichzeitig auf Exchanges zu parken und sich parallel dazu außerbörslich einzudecken. Das muss man immer im Hinterkopf behalten, wenn ein “Insti” mal wieder den Untergang des Krypto-Landes prophezeit. DYOR sollte die oberste Devise bleiben.


Eine Quelle: btc-echo.de

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